Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes

14 Tage pro Jahr für die Allgemeinheit

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Feuerwehrverbandsführung und politische Gäste während der Delegiertentagung in Stemmen.

Stemmen - Von Dennis Preißler. Mehr als 400 Mal wurde im vergangenen Jahr die Feuerwehr im Altkreis gerufen. Hinzu kommt noch die umfassende Ausbildung der Brandschützer. „Das sind gut 190 000 Stunden Einsatz, Übungs- Ausbildungsdienst, umgerechnet zwei Wochen pro Feuerwehrmann und -frau“, betonte Clemens Mahnken, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Rotenburg, während der Delegiertentagung in Stemmen, zu der 228 Feuerwehrleute kamen.

Mahnken betonte, wie viel Arbeit die Kameraden mit den Flüchtlingsunterkünften hatten und das unzählige Stunden dafür aufgebracht worden seien. „Parallel dazu wurden Feuerwehrschulen geschlossen, die von der Landesregierung als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden sind. Hinzu kam, dass es vom Innenministerium keine Vorwarnung gegeben hat und die Schließung der beiden Feuerwehrschulen von heute auf morgen beschlossene Sache gewesen ist“, erinnerte Mahnken.

Lage habe sich verschlimmert

Aufgrund der desolaten Lehrgangsangebote habe sich die Lage um ein Vielfaches verschlimmert. „In den meisten Fällen müssen sich die Rettungskräfte zwei Wochen Jahresurlaub für einen Lehrgang freihalten, der zwei Jahre vorher beantragt wurde – Ersatz gibt es nicht“, kritisierte der Verbandschef.

Erst die massive Kritik von 174 000 Feuerwehrleuten und der starke Gegenwind des Feuerwehrverbandes habe dazu geführt, dass das Ministerium die Schulen wieder geöffnet habe.

„Jetzt sollen die Lehrgänge um 75 Prozent in der Zuteilung bis 2018 steigen, allerdings werden einfach nur mehr Personen in die Lehrgänge gestopft. Als Schönmalerei wird das in den frustrierten Feuerwehren gesehen und es wird bezweifelt, dass die Ausbildungsanforderungen dadurch gerecht werden“, so Mahnken.

Landrat Hermann Luttmann bedankte sich für „die tolle Arbeit der Feuerwehren“ und verkündete, dass schon bald zwei neue Rüstwagen eintreffen und auch übergeben würden. Ebenso sah er es als positiv an, dass die Umrüstung vom analogen Funk zum Digitalfunk so gut wie abgeschlossen sei.

Feuerwehr wichtig für Dorfbevölkerung

Fintels Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger stellte klar, dass die Feuerwehren ein wichtiger Bestandteil der Dorfbevölkerung seien und es für die Sozialstruktur von enormer Bedeutung sei, diese zu erhalten.

MdL Elke Twesten (Grüne) betonte die Wichtigkeit der Feuerwehren für das Gemeinwesen. MdL Mechthild Ross-Luttmann (CDU) unterstrich, dass es nicht selbstverständlich sei, dass die Brandschützer so viel Freizeit dem Allgemeinwohl zur Verfügung stellen würden. Sie hoffe, dass „das die inakzeptablen Lehrgangsangebote an den Feuerwehrschulen verbessern“ würde.

Landtagspolitiker Jan-Christoph Oetjen (FDP) sprach sich ebenso für eine bessere Ausbildung der Feuerwehrleute aus und will sich für den Ausbau einer neuen Feuerwehrschule einsetzen. Ebenso will er sich dafür stark machen, dass die Altersgrenze nicht weiter angehoben wird. „Feuerwehrleute sollten nicht erst mit 67 Jahren aus dem aktiven Dienst verabschiedet werden.“

Die Wichtigkeit der Jugendarbeit stellte der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (SPD) in den Vordergrund und fand es bemerkenswert, wie viel bereits in diesem Gebiet von den Feuerwehren geleistet wird. Er hoffe auch, dass sich das Verhältnis zwischen der Politik und den Feuerwehren in Zukunft deutlich verbessere.

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