Lauenbrücker Rentner behauptet, vom Nachbarn brutal angegriffen worden zu sein

Aus heiterem Himmel?

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Ewald Ott stehen die Spuren der Handgreiflichkeit noch immer ins Gesicht geschrieben. 

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Für Ewald Ott ist es die ideale Vorstellung, den Lebensabend zu verbringen: Vor einem Jahr bezog der Rentner ein kleines Parzellenhäuschen im Mobilheimpark Aukamp. Mitten in der Wald-Idylle am Rande von Lauenbrück suchte er Ruhe und Entspannung – und fand sie auch zunächst. Doch spätestens, seit der 80-Jährige Opfer eines offenbar gewalttätigen Nachbarn wurde, ist es mit der friedlichen Umgebung vorbei.

„Wo viel Licht ist, ist auch Schatten“, sagt Ott und weist auf sein linkes Auge. „Jetzt trage ich Lidschatten.“ Selbst Tage nach der angeblichen Attacke auf ihn ist das Gesicht noch immer geschwollen. Angeblich, weil Ott bislang nur seine Sicht der Dinge schildert. Der Nachbar stand bisher nicht für eine Auskunft gegenüber unserer Zeitung zur Verfügung. Fakt ist aber: „Ja, es ist im Mobilheimpark zu einer Handgreiflichkeit gekommen.“ Das war auf Nachfrage gestern von der Finteler Polizei zu erfahren. Wer da nun wen provoziert habe, sei noch völlig unklar, so ein Beamter. Bisher stünde noch Wort gegen Wort, die Ermittlungen seien jedoch aufgenommen worden.

Ewald Ott ringt mit den Worten. Der Schock sitzt noch immer tief. Dabei haben sich die Ereignisse schon am Montag vergangener Woche zugetragen. Mit dem Auto sei er aus Scheeßel auf sein Grundstück fahren wollen, als er dem Nachbarn mit einer weiteren Person am Wegesrand begegnete. „Er hielt seinen Hund an der langen Leine, also bin ich vorsichtshalber im Schritttempo vorbeigefahren“, erzählt er. Just in dem Moment habe ihn der Nachbar lauthals angeschrien. Ott trat auf die Bremse. „Im ersten Moment dachte ich noch, der Hund sei mir vor das Auto gelaufen.“ Doch bevor der Rentner die Situation überhaupt richtig einschätzen konnte, habe der Mann auch schon die Tür aufgerissen und ihn attackiert – so seine Darstellung der Dinge. „Er schlug mehrfach brutal auf mich ein, das Auge, die Nase, die Lippe – alles blutete.“ Erst nachdem er mit dem Ellenbogen in der Lage gewesen sei, die Hupe zu betätigen, habe der Angreifer von ihm abgelassen. „Ich bin dann die letzten 50 Meter zu meinem Haus weitergefahren und habe über eine befreundete Nachbarin die Polizei verständigen lassen“, gibt Ott zu Protokoll. Die sei dann auch gekommen, um von beiden Seiten den Sachverhalt aufzunehmen. „Das Schlimme ist, dass dieser brutale Schläger behauptet hat, ich sei auf ihn losgegangen“, so der 80-Jährige.

Was aber könnte den mutmaßlichen Angreifer dazu bewogen haben, auf den Rentner einzuschlagen? Ewald Ott gibt sich bedeckt: „Die Geschichte brodelte schon länger, es gibt eine Intrigantin, die dort viel Theater macht.“ Nur so viel lässt er wissen: „Wie ich von anderen erfahren habe, hätte er mich wohl totgeschlagen, wäre ich aus dem Auto ausgestiegen – das sollen seine Worte gewesen sein.“

Inzwischen hat der Lauenbrücker Strafanzeige gestellt, auch einen Anwalt will er bemühen. Heute steht noch ein Besuch beim Augenarzt an – es ist der dritte nach dem traumatischen Vorfall. „Der Doktor meinte schon, ich solle aus dem Park wegziehen.“ Und mit fester Stimme fügt er hinzu: „Das kommt für mich aber überhaupt nicht in Frage!“

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