Halloween-Friedhof in Lauenbrück

Selfies mit der Mumie

Den gesamten Abend herrschte zwischen den Gräbern reichlich Betrieb. - Foto: Heyne

Lauenbrück - Wenn die Jugendlichen aus dem Dorf wie selbstverständlich Mumien streicheln, sich zum Selfie neben ein Skelett legen, wenn der Untote bei einer Bratwurst mit einer Hexe schnackt und die selbst ernannte „Kinder-Mitschnackerin“ Susanne Merz reihenweise Jungen und Mädchen mit Süßigkeiten ködert, und das unter den wohlwollenden Augen der Eltern, dann lässt sich das auf den ersten Blick bizarre Treiben, noch dazu im Dunkel der Nacht, wie folgt auf den Punkt bringen: In Lauenbrück ist Halloween eingekehrt.

Am Montagabend pilgerten Familien, Gruppen Jugendlicher und Erwachsene „fast busladungsweise“, wie Organisatorin Romina Lies erfreut konstatierte, in den Gemüsegarten von Günter Gruß. Das kleine Fleckchen an der Berliner Straße ist längst dem Status des Geheimtipps entwachsen, und das nicht nur für Fans des gepflegten Grusels, sondern für alle, die mit Kindern zu Halloween unterwegs sind oder sich auch als Erwachsene an den ebenso liebevoll wie skurril gestalteten Gräbern mit Inschriften, spinnenverzierten Gartenzäunen oder Skeletten freuen können. 

Prinzessin Leia und Darth Vader hat es aus Ahausen hierher gezogen: „Wir haben in der Zeitung von der Veranstaltung gelesen und keinen Kilometer bereut“, meint die weiß gewandete Dame mit den seitlich am Kopf aufgerollten Schneckenzöpfen. Sie begeistern vor allem Aufwand und Liebe zum Detail, die Lies und in die aufwändigen Dekorationen haben einfließen lassen: „Da merkt man: Da steckt Herzblut drin“, so Britta Ullmann, wie Prinzessin Leia im bürgerlichen Leben heißt.  Sohn Ben (7) röchelt durch die Darth-Vader-Maske etwas, das entfernt wie „Leckere Bratwurst“ zu deuten ist, dem eingebauten Sprachverzerrer sei dank. 

Sie haben ihren Spaß, genau wie die vier Untoten, von denen zwei hingebungsvoll zwischen den Grabsteinen knutschen – bis sie das Stöhnen vom Band hören. Auf andere Besucher gehen dank Grusel-Soundanlage Gewitter nieder. „Das Hundegeheul war schon echt gruselig“, meint Ben, der inzwischen die Maske abgelegt hat, um die Bratwurst unfallfrei zum Mund bringen zu können. Einige Meter weiter kichern zwei junge Frauen vor einem Grabstein: „Hier ruhen Jack Daniels und Maria Kron – nie wieder Alkohol“, liest eine vor; „einfach köstlich!“

Romina Lies, die „Mutter aller Gruselgeschöpfe“ ist überwältigt von der Resonanz: „Letztes Mal fiel Halloween auf einen Samstag – klar, dass da viele Zeit hatten zu kommen.“ Dass der Andrang auch am diesjährigen Montag so groß sein würde, damit hätte die Lauenbrückerin nicht gerechnet.

Gruselfriedhof in Lauenbrück

Auch „Hexe“ Susanne Merz, die seit einigen Jahren die aufgesagten Sprüche der Kinder mit Süßigkeiten honoriert, hat sich dieses Jahr überraschen lassen: „Sonst war ich immer beim Aufbau dabei.“ Sie findet: „Das ist wieder ziemlich toll geworden!“

hey

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