Nach tödlichem Eisdielen-Crash 2015

Gaffer kommen nach Behinderung von Polizei bei Unfall vor Gericht

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Die Gaffer, die die Polizei beim Unfall in Bremervörde behinderten, stehen nun vor Gericht.

Bremervörde - Bei einem Unfall mit zwei Toten in einer Eisdiele in Bremervörde wurden die Einsatzkräfte im Sommer 2015 massiv von drei Gaffern bei ihrer Arbeit behindert. Nun kommen die Männer vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten zum Prozessauftakt am Donnerstag Bedrohung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und versuchte Nötigung vor. Die drei Männer zwischen 20 und 35 Jahren sollen die Rettungskräfte massiv gestört haben, einer der drei soll auch versucht haben, die Bergung der Leichen zu filmen. 

Die Verhandlung am Amtsgericht Bremervörde wird von einer Jugendrichterin geleitet, weil einer der Angeklagten zur Tatzeit noch Heranwachsender war. Das Strafmaß für die drei angeklagten Männer wird nach Einschätzung des Direktors des Amtsgerichts, Helmut Claudé, zwei Jahre nicht überschreiten. Am ersten Prozesstag sollten zwei Zeugen vernommen werden.

Bei dem Eisdielen-Unfall kamen zwei Menschen ums Leben.

Zwei Polizeibeamte waren bei der Auseinandersetzung leicht verletzt worden. Bei dem Unfall war eine Autofahrerin an einer Kreuzung geradeaus direkt in eine Eisdiele gefahren. Dabei kamen ein zweijähriger Junge und ein 65 Jahre alter Mann ums Leben, sechs Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die inzwischen 60-jährige Autofahrerin steht ab 17. November wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Bremervörde.

Innenminister hofft auf abschreckende Wirkung

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hofft, dass der Prozess gegen drei Gaffer eine abschreckende Wirkung auf Nachahmer hat. „Wir haben dort oder erst letzte Woche wieder in Hagen gesehen, wie Bilder wehrloser Unfallopfer ins Netz gestellt oder die Rettungsarbeiten teils live gestreamt werden - und zwar ausschließlich, um sich wichtig zu machen“, sagte Pistorius.

Wenn Rettungsarbeiten behindert würden oder Bilder der Opfer im Netz landeten, müsse das härter bestraft werden. Niedersachsen habe deswegen über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative angeschoben, nach der künftig Haft- oder Geldstrafen drohen sollen, wenn die Arbeit von Polizei und Rettungskräften behindert wird. „Angesichts der im Bundesrat erzielten Mehrheit rechnen wir auch mit einer Mehrheit im Bundestag“, sagte Pistorius.

dpa

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