Hohe Hygieneanforderungen bei Hähnchenmäster Volker Carstens in Rosebruch

Vogelgrippe vorerst kein Thema

Sicherheit geht vor: Geflügelzüchter Volker Carstens.

Rosebruch - Von Henning Leeske. Die hochansteckende Vogelgrippe H5N8 ist im Bereich von Visselhövede zurzeit kein Thema. Der Landwirtschaftsmeister Volker Carstens stallte vor einer Woche 19. 000 Masthähnchen im hofeigenen Geflügelstall in Rosebruch ein und berücksichtigte dabei die ohnehin hohen Hygienestandards in der Geflügelzucht penibel. Denn die Bedrohung durch infizierte Wildvögel für seinen wertvollen Tierbestand ist dem Landwirt allgegenwärtig und führt zur strengen Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen. 

So ist der Zutritt in den Stall nur durch eine vorgeschriebene Hygieneschleuse möglich, die allerdings auch ohne Vogelgrippebedrohung von jedem benutzt werden muss. In der Schleuse gilt es, Schutzkleidung anzulegen und das Schuhwerk zu wechseln und zusätzlich zu desinfizieren, damit keine Erreger und Verunreinigungen eingeschleppt werden.

Die Hühner leben 45 Tage im Stall. - Fotos: Leeske

Bei Volker Carstens leben die männlichen und weiblichen Federtiere der langsam wachsenden Rasse Hubbard, die nach 45 Tagen das Schlachtgewicht von 2. 300 Gramm erreichen und dann zum Schlachthof transportiert werden. Die Tiere werden in Bodenhaltung gehalten und können sich im gesamten Stall mit 1 300 Quadratmetern frei bewegen. Der Hof, der seit 1758 in Familienbesitz ist, habe sich vor 25 Jahren mit der Geflügelzucht neben der traditionellen Milchviehwirtschaft eine zweites wirtschaftliches Standbein geschaffen, so Carstens.

Bei Bedrohungsszenarien wie der Vogelgrippe werde bei der täglichen mehrfachen Stallkontrolle umso mehr darauf geschaut, ob einzelne Tiere verendet sind. Unter normalen Bedingungen kommen die sogenannten „Ausfaller“ auch vor und würden umgehend aus dem Stall entfernt. Falls es zu einer größeren Anzahl von verendeten Tieren komme, müsste laut Vorschrift sofort ein Tierarzt verständigt werden, der die notwendigen weiteren Schritte einleiten würde.

Bei begründetem Verdacht würde dann entsprechend das Veterinäramt eingeschaltet. „Für den Fall, dass der Erreger der Vogelgrippe Influenza festgestellt wird, gibt es klare Abläufe, die einzuhalten wären“, verdeutlichte der Kreisveterinär Dr. Joachim Wiedner. Es wird ein drei Kilometer großer Sperrbezirk festgelegt, um die weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern und die Tiere aus dem betroffenen Stall werden getötet. Zusätzlich gibt es einen Beobachtungsbezirk mit zehn Kilometern Umfang. Nur wenn es die Risikobewertung erforderlich macht, wird das Geflügel innerhalb von 1 000 Metern um den infizierten Stall herum „gekeult“. Das ist aber nur in Gebieten mit sehr hoher Stalldichte der Fall.

Der Betrieb von Carstens ist mehr als sechs Kilometer vom nächsten Geflügelzüchter entfernt. Daher ist die einzige realistische Bedrohung für den Hof in Rosebruch die Einschleppung durch Wildvögel, die sich auf Durchreise befinden.

Das Veterinäramt hat folgende Verhaltenshinweise veröffentlich: „Spaziergänger und Haustiere sollten Kontakt zu toten oder kranken Wildvögeln vermeiden. Verendete Tiere sind dem Veterinäramt zu melden. Gleiches gilt bei vermehrten Todesfällen in den eigenen Ställen.“

Mehr zum Thema:

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Opel Insignia Grand Sport

Opel Insignia Grand Sport

BMW 5er: Neue Welt und alte Werte

BMW 5er: Neue Welt und alte Werte

Deprimierender Abschied für Gladbach - 0:4 beim FC Barcelona

Deprimierender Abschied für Gladbach - 0:4 beim FC Barcelona

Meistgelesene Artikel

Jugendliche prügeln und treten 14-Jährigen

Jugendliche prügeln und treten 14-Jährigen

Chefarzt wehrt sich

Chefarzt wehrt sich

Angebliche E-Mail der Polizei - Ermittler warnen vor Schadsoftware

Angebliche E-Mail der Polizei - Ermittler warnen vor Schadsoftware

Kommentare