Pläne für „Exxon“-Reststoffbehandlungsanlage liegen im Botheler Rathaus aus

Muschter:„Wir werden wieder hinters Licht geführt“

Carolin Muschter

Bellen - Im Botheler Rathaus liegen zurzeit die Pläne der geplanten Reststoffbehandlungsanlage aus, die der Gasförderkonzern „ExxonMobil“ auf seinem Betriebsgelände bei Bellen errichten will. Und genau das nimmt Carolin Muschter, Ratsfrau der WWH im Hembünder Rat und der Wählergemeinschaft im Samtgemeinderat, zum Anlass zu behaupten, dass die Menschen „wieder hinters Licht geführt werden“.

Entgegen allen Beteuerungen sei das Einzugsgebiet dieser so nett genannten „Reststoffbehandlungsanlage“ nämlich nicht nur 60 Kilometer im Umkreis, sondern umfasse laut offiziellen Text der Auslegung das gesamte Weser-Elbe-Gebiet. „Damit wird alles, was bei der Anlagenreinigung anfällt, in Tanklastwagen gefüllt, und uns ab Oktober 2017 vor die Haustür gefahren“, so Muschter. Sie zitiert die öffentliche Bekanntmachung: „Die Reinigungswässer aus dem Bereich Elbe-Weser werden in Bellen/Söhlingen gesammelt, aufbereitet in feste und flüssige Stoffe und dann gelagert. Danach kommt der Entsorger, beprobt und entsorgt die Reste.“

Das sei nach ihrer Auffassung der einzige Hintergrund für diese Anlage. „Es geht eben nicht um die Verbesserung der Gesundheit der Bürger, sondern Exxon wird das Zeug nicht los an die Entsorgungsfirmen, wenn das Reinigungswasser mit all seinen Schadstoffen nicht nach fest und flüssig getrennt werden. Mehr ist das nicht“, schimpft die Wortherin. Es trete keine Verbesserung für die hiesige Umwelt ein, kein Schutz für die Gesundheit der Menschen, es seien rein finanzielle Interessen. 

Nach Muschters Recherchen werde der feste Teil der angelieferten Stoffe in Tonnen gelagert, der flüssige in unterirdische Tanks gepumpt. „Sollte in der Samtgemeinde wieder die Erde beben, so wie wir es schon öfter erlebt haben, dann könnte die ganze Tankfüllung in Grund und Boden auslaufen. Eine solche Anlage gehört nicht in das bereits belastete Gebiet“, fordert Muschter, die bedauert, dass „der Landkreis gemeinsam mit dem Landesbergamt keine Umweltverträglichkeitsprüfung hat durchführen lassen“.

Alle Bürger hätten aber die Möglichkeit, sich in der Samtgemeinde Bothel bis zum 23. September die Unterlagen anzusehen und bis zum 7. Oktober dagegen Widerspruch einzulegen. Am 7. Dezember sei in der Mehrzweckhalle Hemsbünde ein Erörterungstermin der Einwände geplant. „Ich hoffe, dass sich viele Bürger an diesem Verfahren beteiligen und Einwendungen machen“, so Muschter. - jw

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