„E:A:O“ bringt hochkarätiges Line-Up auf die Bühne

Hardcore, Tuba-Metal und eine internationale Perle

Moshpit und Konfettibooster durften beim druckvollen Auftritt von „Anchors & Hearts“ nicht fehlen. - Fotos: Heyne

Söhlingen - Man nehme ein Zelt einen Tag vor dem Erntefest, eine gute Handvoll Bands unterschiedlicher Genres und einen harten Kern ehrenamtlicher Musikfans, die das nunmehr 21. „Erntefest All Over“, kurz: „E.A.O.“, auf die Beine stellen – also alles wie immer am Freitag in Söhlingen? Ja und nein.

Am bewährten Konzept, musikalische Kleinode unterschiedlicher Stilrichtungen für kleines Eintrittsgeld „auf´s Dorf“ zu holen, wurde festgehalten. Und auch die Steigerung der Gangart funktionierte wieder: Von Alternative Rock über Indierock bis zu Hardcore mit Pogo-Exzessen und Moshpits bei „Anchors & Hearts“ und, als I-Punkt der noch härtere Metalcore von „Artemis Rising“ aus Soltau – So weit, so gut?

Nur bedingt. Denn trotz eines hochkarätigen Line-Ups blieb nach sensationellen Besucherzahlen bei der Vorjahrs-Jubiläumsveranstaltung der große Ansturm aus. „Mit 500 Gästen hatten wir nicht unbedingt gerechnet, aber etwas mehr als die 300 hätten es schon sein können“ so Mitveranstalter und Branchenprofi Christian Meyer. Andererseits lobte er die durchmischte Altersstruktur sowie die Tatsache, dass „die Leute nicht erst spät kommen oder früh und nach einer Band wieder gehen.“

Sie taten gut daran, gab es unter den Acts doch diverse Perlen zu entdecken. Den Auftakt machte – Wacken lässt grüßen – das „Wilde Blech“, das Blechbläserarrangements von Rammstein oder Metallica präsentierte. Nach den Alternative-Rockern und Local-Heroes-Landesfinalisten von „Another Girl called Josephine mit der etwas undankbaren „Fast-Startplatzierung“, dafür aber einigen schönen Funk-Anleihen, entpuppte sich der erste internationale Act in der Geschichte des „E.A.O.“, die dänischen „Boys from Heaven“ mit klassischem Rock als echter Geheimtipp. Mit straigthem Rock und erfrischenden jazzigen Impro-Einwürfen an Saxofon oder Querflöte sangen sie ein Loblied auf Festivals (und genau dort hatte Mitveranstalter Olaf Precht auch den Kontakt geknüpft) und feierten ihren ersten Gig in dieser Besetzung nach acht Stunden Anreise mit der Parole „Fuck the Elbtunnel“.

Erntefest All Over

Ein Hohepriester in Sachen launiger Performance kam gleich von „Um die Ecke“: Der Bremer Deutschrocker Grillmaster Flash hatte mit „Den Jungs“ namhafte Musiker wie Farida-Studiobesitzer Uli Wortmann und den Rest der ehemaligen „Kleinstadthelden“ um sich geschart und mit Songs wie „Cowboy Man“ das Publikum auf seiner Seite.

„Dieses Jahr ist auch viel persönlicher Geschmack ins Line-Up eingeflossen“, verriet ein glücklicher Moderator Olaf Precht. Als er vorher versprochen hatte, dass „diejenigen, die hier sind, mit einem Lächeln im Gesicht rausgehen“, hatte er kaum übertrieben. So will er sich nicht daran stören, dass die Veranstaltung wohl keine schwarze Null schreiben wird. Was wohl einige der Gäste dachten, brachte Jan Leinecker auf den Punkt: „Mich nervt es an, dass die Dorfdiskos voll sind, während hier gemessen an dem, was geboten wird, viel zu wenige kommen“, so der 32-jährige Hemslinger, der seit seinem zwölften Lebensjahr (damals noch in Begleitung des Vaters) kaum eine Auflage auslässt. 

hey

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