Der Flüchtling Aryan Sedighi Vishkasogheh engagiert sich bei der Botheler Feuerwehr

Von der Gefahr fasziniert

Seit Januar ist Aryan Sedighi Vishkasogheh bei der Botheler Feuerwehr aktiv. - Fotos: Röhrs

Bothel - Von Matthias Röhrs. Viele Mädchen und Jungen haben im Laufe ihres Heranwachsens diesen Wunsch: Arbeiten bei der Feuerwehr. Auch an Aryan Sedighi Vishkasogheh ist dieser Traum nicht vorbei gegangen. Der junge Flüchtling aus dem Iran mischt deshalb jetzt bei der Feuerwehr in Bothel mit.

Er trägt sie mit stolz, die knallorangene Feuerwehrjacke. Als 17-Jähriger ist Aryan Sedighi Vishkasogheh mit seinem Vater aus dem Iran geflohen und jetzt, dreieinhalb Jahre später, sitzt er im Aufenthaltsraum der Botheler Wache und möchte über seine neue Leidenschaft reden: die Feuerbekämpfung. Seit Januar engagiert sich der 20-Jährige bei den Kameraden der Ortswehr, irgendwann möchte er das einmal hauptberuflich machen.

„Gefahr hat mich schon in der Schule fasziniert“, sagt Sedighi Vishkasogheh. Oder besser: ihre Abwehr. Mit 15 hat er in der Schule im Iran Selbstverteidigung gelernt. Auch mit Waffen. „Ich habe da mit einer Kalaschnikow geübt“, sagt er trocken. So sei es eben im Iran. Was dabei hängen geblieben ist: „Es hat mir gefallen, mein Leben für andere zu riskieren“, erklärt Sedighi Vishkasogheh.

Noch darf der gebürtige Iraner nicht mit ausrücken. Ab Herbst soll sich das ändern.

Deshalb war auch sein erster Berufswunsch in Deutschland der Dienst in einer Berufsfeuerwehr oder bei der Polizei. Doch da gebe es „so viel zu lernen“, sagt er und lächelt. Die Feuerwehr ist allerdings nicht sein einziges Steckenpferd. Er hat sich zudem dem Kampfsport verschrieben, trainiert Karate in Bremerhaven und Sambo – eine russische Kampfsportart – in Rotenburg.

Im Ordnungsamt der Samtgemeinde ist man schließlich auf seinen Wunsch aufmerksam geworden, und hat Sedighi Vishkasogheh an Oliver Große vermittelt, dem Ortsbrandmeister. Der war auch gleich Feuer und Flamme, den jungen Asylbewerber in seiner Feuerwehr aufzunehmen. „Wir haben nur noch kurz geschaut, ob wir da rechtlich etwas beachten müssen“, sagt Große. Müssen sie nicht. „Alles überhaupt kein Problem.“

Und nun ist Sedighi Vishkasogheh immer dabei, wenn sich die Feuerwehrleute in Bothel zum Üben treffen. „Er ist bei uns voll integriert“, so der Ortsbrandmeister. Der Iraner trainiert mit ihnen die einzelnen Handgriffe, beteiligt sich am Leben rund um die Wehr und lernt für seine Truppmannausbildung und -prüfung im Herbst. Denn noch darf er nicht mit ausrücken, wenn sich die Leitstelle meldet.

An Wettkämpfen darf er aber teilnehmen. In einer von zwei entsprechenden Gruppen bei der Botheler Feuerwehr ist er dabei. Doch wenn er die Truppmannprüfung – die er mit vier weiteren Kameraden der Botheler Wehr absolviert – besteht, dann ist er Feuerwehrmann“, so Große, und dürfte dann auch mit zu den Einsätze.

Ein kleines Hindernis gibt es aber noch: Obwohl Sedighi Vishkasoghehs Deutsch inzwischen sehr gut ist, versteht er noch nicht alles, wenn seine Kameraden Befehle aussprechen. Die Fachbegriffe, die speziellen Bezeichnungen der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände sind es, die ihm noch Schwierigkeiten machen. Die Ausbildung sei aber dennoch „genau wie bei der Jugendfeuerwehr oder Quereinsteigern“, meint Große. Und Sedighi Vishkasogheh sagt: „Ich weiß, was ich zu tun habe.“

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