Horst Neumann aus Bothel nimmt zum 14. Mal an der „Vierdaagse“ in Nimwegen teil

Alles andere als ein Spaziergang

Besonders schätzt Neumann die Atmosphäre rund um die „Vierdaagse“, wenn die Zuschauer beispielsweise an den Straßenrändern Musik machen.

Bothel - Die „Vierdaagse“ in Nimwegen gehört zu den größten Traditionsveranstaltungen in den Niederlanden. Über 40 000 Menschen aus ganz Europa kommen in die Stadt und wandern an mehreren Tagen Strecken zwischen insgesamt 120 und 200 Kilometern. Auch Horst Neumann aus Bothel hat sich vom Wanderfieber anstecken lassen. Der 72-Jährige war in diesem Jahr – der 100. Auflage der „Vierdaagse“ – bereits zum 14. Mal dabei.

Vier Tage lang geht es jeweils auf verschiedenen Routen über 30, 40 oder 50 Kilometer. Die Distanz hängt auch vom Alter ab, und so läuft Neumann seit 2014 die 30- anstatt der 40-Kilometer-Runde. Aber 120 Kilometer kommen trotzdem so zusammen. Alle Teilnehmer erhalten einen königliche Orden verliehen, der mit jeder weiteren Teilnahme ein bisschen höher dekoriert und edler ausgestattet ist.

„Ein Kollege hat mich damals mitgenommen“, berichtet Neumann über sein erstes Mal bei der „Vierdaagse“. Der hat in der vergangenen Woche das 25. Mal in Nimwegen teilgenommen. Seit dem Jahr 2000 war Neumann nur zweimal bei diesem Marsch nicht dabei. 2003 und 2006 – dem Jahr, als die Hitze zwei Menschenleben forderte und die Veranstalter zum Abbruch zwang.

Mit der vergangenen Tour haben Neumann und sein Kollegen ihr Ziel erreicht. „Wir wollten auf jeden Fall bis zur 100. mitmachen und danach aufhören“, sagt der Botheler. Nur wenn etwas Besonderes passiere, gebe es einen Rücktritt vom Rücktritt. Was das Besondere sein könnte? Neumann lacht. „Vielleicht hat mein Kollege nochmal wieder Lust“, sagt er. Die Chancen dafür stünden jedenfalls nicht schlecht.

Es ist die Atmosphäre, die Neumann immer wieder nach Nimwegen und zur „Vierdaagse“ lockt. „Alleine schon die Freundlichkeit der Bürger muss man immer wieder neu erleben“ – Neumann gerät ins Schwärmen. „Die geben sich immer so viel Mühe. Hunderttausende klatschen und bewundern einen, und an der ganzen Strecke ist Musik“ – gerade an der sogenannten Via Gladiola, die sonst Annastraat heißt, einer etwa zehn Kilometer langen Geraden am letzten Wandertag, an der jeder Teilnehmer von den Bürgern Nimwegens eine Gladiole geschenkt bekommt. „Das ganze Drumherum ist der Grund, immer wieder weiterzulaufen“, fasst Neumann seine Motivation zusammen. Und natürlich, die internationale Atmosphäre in seiner Unterkunft. Eine Turnhalle, die er sich mit anderen Deutschen, Schweden, Norwegern oder Schweizern teilt.

Sein Training für die „Vierdaagse“ startet schon im März. Dann beginnt er, immer mehr und immer öfters zu laufen. Mitte Juni geht Neumann in eine Regenerationsphase, bis zur dritten Juliwoche die Vierdaagse beginnt.

Neumann schätzt die Tour und die Umgebung, durch die sie führt. „Das sind sehr schöne Rundkurse“, sagt er. Waldgebiete, Blumenfelder, aber auch mal Hügel. „Die können ganz schön anstrengend sein.“ Um einen Spaziergang handele es sich nämlich auf keinen Fall. Knie, Füße, Rücken – im Verlauf der vier Tage gibt es kaum ein Körperteil, das nicht mal schmerzt. Abgebrochen hat er eine „Vierdaagse“ allerdings noch nie. „Da beißt man sich durch.“ Schließlich wolle man keine Blöße zeigen. „Man möchte immer den inneren Schweinehund überwinden.“

Von Matthias Röhrs

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