Standort neben E-Center dürfte teuer werden

Wohin mit einem neuen Aldi-Markt?

Der alte Standort von Aldi ist nicht von Dauer.

Wildeshausen - „Vergleichende Stellungnahme zur Kompatibilität von Planvari-anten“ lautet der Titel einer von der Stadt Wildeshausen in Auftrag gegebenen und unter Verschluss gehaltenen Analyse, die unserer Zeitung vorliegt. Die Expertise beschäftigt sich mit der Frage, wie die bald vakante Baumarktfläche von „Toom“ entwickelt werden könnte.

Zusammenfassend stellen die Gutachter fest, dass eine Neuaufstellung von Aldi am Standort „Toom“ mit dem Einzelhandelskonzept grundsätzlich in Einklang zu bringen ist. Dann wären aber ein Teilabriss und Neubau der Immobilien nötig. Die voraussichtlichen Investitionen von mehr als zwei Millionen Euro dürften sich jedoch für die Eigentümer nicht rechnen. Deshalb: „Dem Aldi-Markt stehen bei Baurechtsmitnahme allerdings auch andere Potenzialflächen am Westring frei“, heißt es mit Blick darauf, dass Aldi auf das gegenüberliegende Hamann-Grundstück möchte, das sich der Discounter bereits vertraglich gesichert hat.

Alternativ könnten in der Toom-Immobilie aber auch ein Sonderposten- und ein Schuhfachmarkt durch Baurechtsmitnahme angesiedelt werden.

Die Gutachter untersuchen in ihrer Expertise Varianten von Einzelhandelsverlagerungen. In der Variante 1a (Wunschvariante) geht es um die Verlagerung von Aldi und Deichmann, wobei gleichzeitig der Drogeriefachmarkt „dm“ Interesse am Standort Westring 6 zeigt. Die Variante ist mit dem Flächenpotenzial des Toom-Marktes in Einklang zu bringen. Das benachbarte E-Center könnte sich durch den erwartbaren Attraktivitätsschub dem Famila-Markt annähern. Dennoch raten die Gutachter von der Variante ab. 

Es gebe kein „signifikantes weiteres Potenzial“ zur Neuansiedlung eines nahversorgungsrelevanten Betriebes, wie es ein Drogeriemarkt sei, heißt es. Dieser sei auf die Innenstadt zu verweisen. Die Verlagerung von Deichmann könne noch als städtebaulich vertretbar bewertet werden, wenn das Baurecht an den Westring verlagert werde. Dennoch fehle es voraussichtlich an Parkplätzen.

Alternativ könnten alle drei Märkte von der Dr.-Dürr-Straße an den Westring verlagert werden. Dafür wäre aber nach Einschätzung der Gutachter eine Verkaufsflächenerweiterung um 25 Prozent erforderlich. Das würde auf Kosten von Parkplätzen gehen. „Die Variante einer vollständigen Übertragung der genehmigten Nutzungen am Standort Poppe ist (...) nicht zu empfehlen“, so die Experten.

Die Verlagerung lediglich von Aldi auf die Toom-Fläche wäre nach Einschätzung der Gutachter hingegen möglich. Es würde dann Platz am E-Center entstehen, der zur Optimierung der Stellplatzsituation genutzt werden könnte. Deichmann und Zimmermann müssten dann in die Innenstadt verwiesen werden. Das Problem: Aldi möchte nicht auf die Toom-Fläche.

Gutachter legen keinen Standort fest

Da aus städtebaulicher Sicht nach Meinung der Gutachter keine Gründe vorliegen, einen Aldi-Markt ausschließlich am E-Center zu bauen, prüften sie die Variante, sowohl Zimmermann als auch Deichmann in die Toom-Immobilie zu verlagern. Das wäre mit dem Einzelhandelsentwicklungskonzept vereinbar, wenn man davon ausgeht, dass die zentrenrelevanten Hauptsortimente lediglich verlagert werden. Dafür müsste das Sondergebiet Einzelhandel an der Dr.-Dürr-Straße aber zu einem Wohngebiet umgewandelt werden.

Abschließend stellen die Gutachter fest: „Für den Bereich Westring empfiehlt das Einzelhandelskonzept, den Sonderpostenmarkt und den Aldi-Markt in das Nebenzentrum Westring zu verlegen, ohne hierbei allerdings einen Standort vorzugeben. Das nahversorgungsrelevante Expansionspotenzial für den Standortbereich Westring wird durch die Erweiterung von Aldi und Lidl in diesem Segment weitgehend ausgeschöpft.“ Ausgeklammert ist bei dieser Betrachtung, dass ein Bio-Fachmarkt mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche neben dem Zisch-Markt entstehen soll.

dr

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