Gebäude ist rund 200 Jahre alt 

Wird Scheune noch gerettet?

Etwa 200 Jahre ist die Scheune alt, die jetzt vom absoluten Verfall bedroht ist. - Foto: Kurth

Bargloy - Von Joachim Decker. „Wat den een' sien Uul, is den annern sien Nachtigall“, heißt es so schön im ländlichen Raum. Dieser alte Spruch passt sehr gut auf die unter Denkmalschutz stehende alte Scheune von Siegfried Hüffermann in Bargloy. Denn sie zerfällt immer mehr. Und während die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises auf Erhalt pocht, sieht Hüffermann die Sache völlig anders.

„Diese Scheune ist rund 200 Jahre alt. Sie hat aber für mich keinerlei wirtschaftlichen Wert“, so der Besitzer. Im Jahr 2007 habe er wie gefordert einen qualifizierten Bauunternehmer auf dem Hof gehabt, der sich das Gebäude genau angeschaut und die Sanierungsmaßnahmen zusammengestellt habe. Mit dabei sei der Leiter der Baubehörde des Landkreises gewesen: „Wir haben alle Details exakt durchgesprochen und den Bauantrag eingereicht.“

Es sei dann auch die Baugenehmigung erteilt worden. „Aber mit dem gleichen Schreiben bekam ich fast unmögliche Auflagen, auf die ich ausdrücklich hingewiesen wurde. Und es wurde mir bei Nichteinhaltung ein Bußgeld angedroht, ohne dass ich mit der Arbeit begonnen hatte. Fakt war, dass der Landkreis kein Geld hatte, um den Zuschuss zu zahlen“, betont Hüffermann. Dann habe er nachgelesen, dass er eine solche Scheune, wenn sie keinen wirtschaftlichen Wert hat, auch abreißen dürfe: „Das habe ich dem Landkreis mitgeteilt, der dann von mir verlangt hat, dass ich mich offenbare. Das habe ich natürlich nicht gemacht. Nun lasse ich die Scheune eben zerfallen.“

Das sieht der Leiter der Bau- und Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis, Peter Nieslony, völlig anders: „Diese Gebäude steht unter Schutz. Es gibt ganz klar eine Erhaltungspflicht, die eingehalten werden muss.“ Dass es mittlerweile so schlimm um die Scheune bestellt sei, habe er nicht gewusst: „Wir werden jetzt mit Eigentümer Kontakt aufnehmen.“

Auch Nieslony bestätigt, dass es 2007 Gespräche hinsichtlich der Sanierung gegeben habe: „Nachdem eine Fachfirma die Unterlagen beigebracht und den Bauantrag gestellt hatte, haben wir die denkmalrechtliche Genehmigung für die Sanierung erteilt.“ 

Diese sei fachlich so aufgestellt gewesen, dass das Denkmal als solches erhalten bleibt: „Das war auch das Ziel. Aber dann haben wir die Sache wohl aus den Augen verloren. Es gab auch Ideen für eine andere Nutzung. Auch die hätten wir erlaubt, wir wären bestimmt zueinander gekommen.“ Es habe zu diesem Thema mehrfach Gespräche gegeben: „Aber der Eigentümer muss auch anpacken und die Maßnahmen umsetzen.“

Nächster Schritt der Behörde sei es nun, die Ursachen auszuloten, warum es bis heute nicht weiter gegangen ist. „Die Voraussetzungen waren schließlich geschaffen. Wir waren davon ausgegangen, dass die Maßnahmen ab 2007 umgesetzt wurden. Darum kann ich die Vorwürfe, die gemacht werden, einfach nicht nachvollziehen. Wir werden uns der Sache nun annehmen und uns die Scheune ansehen, um dann die nötigen Schritte unternehmen zu können.“ Das Erscheinungsbild und die Substanz des Denkmals müssten erhalten bleiben: „Der Zerfall wäre vermeidbar gewesen, wenn der Besitzer seinerzeit reagiert hätte“, so Nieslony.

Mehr zum Thema:

Kreismusikfest der Spielmannszüge

Kreismusikfest der Spielmannszüge

"Magie des Tanzes" - Show im Haus Drübberholz

"Magie des Tanzes" - Show im Haus Drübberholz

Comedy-Abend „Trude träumt von Afrika“

Comedy-Abend „Trude träumt von Afrika“

Pasta bei Dolce & Gabbana, Fußball bei Stella Jean

Pasta bei Dolce & Gabbana, Fußball bei Stella Jean

Meistgelesene Artikel

Friedenswünsche: Keine Waffen und Ballerspiele

Friedenswünsche: Keine Waffen und Ballerspiele

Kleider brennen im ersten Obergeschoss

Kleider brennen im ersten Obergeschoss

Schröder zeigt, was Baugeräte können

Schröder zeigt, was Baugeräte können

Ein Bass im Glitzerkostüm

Ein Bass im Glitzerkostüm

Kommentare