Neue Prognose vorgelegt 

Wildeshausen wächst und benötigt mehr Wohnraum

Der Einfamilienhaus-Bau vor Bargloy boomt.

Wildeshausen - Wie entwickelt sich die Bevölkerungszahl in der Kreisstadt Wildeshausen? Politik und Verwaltung benötigen verlässliche Daten, um Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Deshalb wird die Wohnbedarfsprognose kontinuierlich fortgeschrieben. Bei der Vorstellung der neuesten Datenlage am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss zeigte sich aber, dass schon die Grundlage schwierig zu ermitteln ist.

So hat die Stadt Ende 2015 gezählt, dass 20 032 Menschen in Wildeshausen ihren Hauptwohnsitz hatten. Die Erhebungen im Rahmen des Zensus haben allerdings eine um rund 600 Personen niedrigere Zahl ergeben. Die Unterschiede sind nach Ansicht der Gutachter des Bremer Büros „protze + theiling“ nicht aufklärbar. Man orientiert sich deshalb zunächt an den Zahlen der Stadt.

„Getragen ist die steigende Bevölkerungszahl jedoch allein durch Zuzüge, die in den vergangenen Jahren zu einem positiven Wanderungssaldo geführt haben“, erklärte Diplom-Ingenieur Uwe Höger. Dabei seien immer mehr die Zuzüge aus dem Ausland relevant. Im Jahr 2014 zogen 259 Menschen aus dem Ausland nach Wildeshausen. Die Zahl der Flüchtlinge ist dabei noch gar nicht eingerechnet. Auf jeden Fall verdankt Wildeshausen die stetige Bevölkerungszunahme Personen, die zu 97 Prozent keinen deutschen Pass besitzen. Höger: „Damit wird auch das Geburtendefizit ausgeglichen.“

Die Altersstruktur in Wildeshausen ist im Vergleich mit dem Landkreis Oldenburg und auch mit Niedersachsen recht jung. Die Zahl der jüngeren Familien ist groß. Dennoch ist der Zuwachs der Älteren kontinuierlich, weil die Gesellschaft immer älter wird. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung betrug 1990 14,1 Prozent und ist im vergangenen Jahr auf 18,7 Prozent gewachsen.

Sehr schwierig ist die Prognose, wie sich die Bevölkerungszahl entwickeln dürfte. Die Spannbreite reicht nach Angaben der Gutachter von einem Absinken auf unter 19 000 Bürger (N-Bank 2015) bis zu einem Anstieg auf mehr als 21 000 Bürger (Bertelsmann 2012) im Jahr 2030. Die Spannbreite beträgt 2 666 Personen.

Entscheidend ist jedoch die Frage, wie sich die Zahl der Haushalte in Wildeshausen entwickelt. Aufgrund der Verkleinerung der einzelnen Haushalte steigt deren Zahl auch ohne Bevölkerungswachstum. Laut den Prognosen der N-Bank benötigt Wildeshausen bis zum Jahr 2013 rund 500 Haushalte mehr.

Nach Einschätzung der Gutachter werden dringend barrierefreie Wohneinheiten gebraucht. Zudem ist günstiger Wohnraum knapp.

Das Planungsbüro em-pfiehlt, an siedlungsrandnahen Standorten kleinere Neubaugebiete mit unterschiedlichen Qualitäten zu erschließen. In der Innenstadt sowie in versorgungsnahen Lagen sollte durch entsprechende Bauleitplanung die Entstehung von kleinen Wohneinheiten unterstützt werden. Auch der Mietwohnungsbereich sollte gefördert werden.

Die Ausschussmitglieder nahmen die Analyse zur Kenntnis. Allerdings wurde auch eine Schwäche des Zahlenwerks deutlich: So sind dort weder die aktuellen Flüchtlingsströme noch die starke Bautätigkeit und die geplanten Projekte erfasst. Dazu gehören die neue Seniorenwohnanlage an der Hunte ebenso wie der umfangreiche geplante soziale Wohnungsbau am Lehmkuhlenweg, in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme und an der Heidloge. „Dadurch“, so betonte Wolfgang Sasse (CDU), „wird die Situation nämlich enorm entlastet.“ - dr

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