Junge Kandidaten diskutieren 

„Wenn ich die Mobilklassen sehe, blutet mir das Herz“

Sechs junge Menschen saßen auf dem Podium: Jan Wappler, Matthias Kluck, Antonia Klein, Kathrin Schmidt, Lucas Marquardt und Arne Peters (v.l.) - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Junge Menschen ab 16 Jahren dürfen bei der Kommunalwahl am 11. September ihre Stimme abgeben. Da ist es nur konsequent, dass junge Kandidaten sagen dürfen, was sie wollen. Jusos und Junge Union haben in Wildeshausen gemeinsam mit dem Jugendparlament eine Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt. Am Sonntagabend ging es um viele Themen. Immerhin: Es kamen 25 junge Menschen als Zuhörer.

Lucas Marquardt, der für die CDU im Kreistag kandidiert, fand die Resonanz zwar enttäuschend, Pia-Tabéa Rollié von der Jungen Union und Morten Wiesner von den Jusos waren allerdings durchaus zufrieden. Unter der Moderation von Antonia Klein und Kathrin Schmidt (Jugendparlament) nahmen Jan Wappler (Grüne), Matthias Kluck (SPD), Lucas Marquardt (CDU) und Arne Peters (FDP) Stellung zu jugendspezifischen Themen. Während Peters und Marquardt die Stadt Wildeshausen bei Freizeitangeboten gut aufgestellt sahen, hatte Kluck diverse Ideen wie mehr Hallenzeiten für Sportvereine, ein Jugendcafé oder ein Party-Bus. Nicht alle sahen das so. Wappler kann sich ein Café erst mal gut im Jugendzentrum vorstellen, und Marquardt wollte das Geld besser für andere Projekte ausgeben. Kluck darauf: „Es muss ja nicht viel kosten.“

Problematisch fanden es alle Jung-Politiker, dass an den Wildeshauser Schulen mobile Klassenräume stehen. „Wenn ich das sehe, blutet mir das Herz“, so Peters. Angesichts der Ungewissheit, ob die Hunteschule nicht bald von der Wallschule genutzt werden kann, zögerten aber alle Kandidaten, den Bau einer neuen Schule einzufordern.

Einigkeit herrschte in der Frage, ob das Jugendparlament mehr Gewicht bekommen soll. „Auf jeden Fall“, so Kluck. „Jugendliche sollten in jedem Ausschuss einen beratenden Sitz haben. Auch wenn man nicht immer da sein kann, ist es jedes Mal eine Bereicherung, wenn ein Jugendparlamentarier dabei ist.“

Das sahen alle so und wünschten sich mehr Geld für die Arbeit. Die jährlichen 2.000 Euro seien nicht genug angesichts der geplanten Projekte. Ob der Schwimmbadbesuch für Schüler günstiger werden muss, ob das neue Bad attraktiv ist, ob Kindergartengebühren in Ordnung sind – die Meinungen waren durchaus unterschiedlich und oft auf der erwachsenen Parteilinie. Immerhin erreichten aber einige Themen auf diesem Weg junge und interessierte Ohren.

Und hier noch ein Kommentar von Dierk Rohdenburg:

Zwei Podiumsdiskussionen an einem Wochenende in Wildeshausen. Am Freitag diskutierten Erwachsene mit nur wenigen Bürgern – davon viele ebenfalls Kandidaten. Am Sonntag waren die jungen Leute dran. Ja, auch dort war der Andrang überschaubar. Zudem gab es einige recht naive Statements der Kandidaten, die zeigten, dass Kommunalpolitik ein tiefgründiges Geschäft ist, bei dem man sich viel Wissen aneignen muss. Aber es ist absolut zu loben, dass die jungen Menschen – obwohl sie aus verschiedenen politischen Lagern kommen – gemeinsam eine Diskussion mit eigenen Themen initiiert haben. Auch wenn nicht immer sachkundig debattiert wurde, war es wichtig, zu erfahren, was junge Menschen über ihre Stadt denken. Davon bitte mehr. Warum nicht in mehreren Fachausschüssen? Das kann die Demokratie nur stärken!

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