2  773 Kollisionen und acht Tote / Polizei rätselt über Ursache für Anstieg

Unfallzahlen im Landkreis Oldenburg ziehen an

Die Unfallzahl ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. - Grafik: Polizei

Landkreis - Trendwende: Erstmals seit 2012 sind die Unfallzahlen im Landkreis Oldenburg im vergangenen Jahr angestiegen. Die Polizei rätselt über die Gründe dafür, vermutet aber Unachtsamkeiten zum Beispiel durch Smartphones oder Handys am Steuer. Die Beamten stellten die Statistik am Freitag vor.

Sprecherin Melissa Oltmanns tippt auf die „große Dunkelziffer Handy“, die für die Steigerung von 2  701 auf 2  773 Unfälle verantwortlich sein könne. Auffällig ist, dass die Zahl der Kollisionen mit Verletzten von 471 auf 463 sogar abgenommen hat. Das bedeutet: Die Zunahme resultiert aus Unfällen mit Blechschäden.

Gerade bei diesen würden die Unfallverursacher oft nicht sagen, wenn sie zum Beispiel durch elektronische Geräte abgelenkt gewesen seien. „Viele räumen es nicht ein“, so Oltmanns. Und für die Polizei ist es ohne Zeugen schwer nachzuweisen, ob jemand gerade etwas ins Navi oder Handy getippt hat, als sich der Unfall ereignete.

Die Verkehrsunfallkommission (VUK) werde sich jetzt zusammensetzen und lokale Schwerpunkte untersuchen, um dort eventuell zusätzliche Schilder oder Tempolimits zu installieren, kündigt Oltmanns an. Acht Menschen starben infolge der Unfälle im Landkreis, 112 wurden schwer verletzt. Die Werte bewegen sich in etwa auf dem Niveau von 2014.

Bei den Ursachen führen Wildunfälle (713) die Statistik an, auch wenn sie seit Jahren rückläufig sind. Die „nicht angepasste Geschwindigkeit“, wie es im Polizeijargon heißt, ist ebenfalls für eine wesentliche Zahl an Kollisionen verantwortlich. Es gab 2015 sogar eine Steigerung um 20 Prozent. Auch ein zu geringer Sicherheitsabstand führte oft dazu, dass es krachte.

Bei den Unfallopfern zeigt sich, dass die Zahl der schwer verletzten Radfahrer (25), Fußgänger (13) sowie Motorrad- und Mofafahrer (20) in etwa auf dem Niveau von 2014 liegt. Auch die Risikogruppen wie junge Fahrer (1  Toter/ 19 Schwerverletzte) und Senioren (1/25) unterscheiden sich nicht groß von den Vorjahreswerten.

Zu den bis jetzt genannten Zahlen kommen noch die Unfälle auf den Autobahnen 1, 28 und 29 im Landkreis Oldenburg hinzu. Da sich das Verkehrsgeschehen zwischen „normalen“ Straßen sowie dem Fernverkehr stark unterscheidet und letzterer von der Autobahnpolizei „betreut“ wird, wurden deren Zahlen extra berechnet.

524 Zusammenstöße auf den Autobahnen

Ihnen zufolge ereigneten sich 524 Unfälle auf den Autobahnen, bei denen vier Menschen starben und 37 schwer verletzt wurden. Die Beamten weisen daraufhin, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Ganderkesee-West und Hude auf der A  28 Wirkung zeige und sich die Zahl der Unfälle von 48 im Jahr 2013 mittlerweile auf 19 vermindert habe. Auch auf den Schnellstraßen soll die VUK die Lage noch genauer analysieren. - bor

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