Umfrage: Soll auch in Wildeshausen auf „Klimpergeld“ verzichtet werden?

„Cent-Münzen machen die Geldbörse unnötig dick“

Ute Dietz könnte gut auf die Münzen verzichten.
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Ute Dietz könnte gut auf die Münzen verzichten.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. In der Stadt Stadt Kleve in Nordrhein-Westfalen haben sich die Einzelhändler von den Ein- und Zwei-Cent-Münzen losgesagt, das „Klimpergeld“ gehört der Vergangenheit an. Wäre so etwas auch für Wildeshausen möglich, möchten das die Bürger? Wir haben einige nach ihrer Meinung befragt.

„Ich fände es sehr gut, wenn automatisch auf- oder abgerundet werden würde“, sagt Franz Kuhlmann. Beträge von 91 und 92 Cent könnten ab- und 93 sowie 94 Cent aufgerundet werden: „Das wäre sehr verbraucherfreundlich und würde vor allem dafür sorgen, dass die Geldbörse nicht unnötig dick wird.“ Allerdings sehe er bei der Umsetzung ein großes Problem: „Es dürfte recht schwierig werden, alle Einzelhändler unter einen Hut zu bekommen.“

Johannes Lenzschau, Inhaber von Schnittker am Markt sowie Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV), hat sich mit der Sache noch nicht tiefer beschäftigt. Er vertritt jedoch die Meinung, dass eine solche Sache nicht bestimmt, sondern jedem Einzelhändler selbst überlassen werden sollte: „Sicherlich wäre das machbar, aber zum Beispiel bei uns mit einigen Problemen verbunden.“ Damit spricht er die Tatsache an, dass er sehr viele Artikel im Geschäft hat, die schon industrieseitig ausgezeichnet sind: „Wir müssten dann alles neu auszeichnen. Fraglich wäre jedoch, ob der Kunde damit einverstanden wäre, wenn etwas von 9,98 oder 9,99 Euro aufgerundet würde. Es läge dann ja über der UVP (Unverbindliche Preisempfehlung).“ Auf der anderen Seite würden andere Beträge dann abgerundet.

In diesem Zusammenhang erwähnt Lenzschau, dass bekanntlich schon Überlegungen angestellt worden seien, generell auf Bargeld zu verzichten und komplett auf Kartenzahlung umzustellen: „Es sollte keinerlei Regulierung geben, die den Bargeldverkehr einschränkt. Es muss auch mit Barem weiterlaufen. Allein schon, wenn ich an Kinder denke, die durch ihr Taschengeld den Umgang mit dem Zahlungsmittel lernen.“ Er sei kürzlich in den Niederlanden gewesen und habe sich sehr gewundert: „Ich wollte in einem Bäckerladen zwei Brötchen kaufen. Dort war Barzahlung nicht möglich, auch dieser kleine Betrag ging nur per Karte.“

Doris Fischer, Verkäuferin im Café Schnittker, würde es sehr freuen, wenn Wildeshausen dem Kleve-Beispiel folgen würde: „Diese krummen Summen wie 9,98 Euro oder so sind doch reine Veräppelei. 96 und 97 Cent sollten ab- und 98 sowie 99 Cent aufgerundet werden. Bei uns gibt es schon viele Kunden, die von sich aus auf die Rückgabe dieser Beträge verzichten und das Geld in unsere Trinkgeldkasse geben.“ Studien hätten ergeben, dass sich das Auf- und Abrunden gegeneinander aufhebt: „Am Ende stimmt es für beide Seiten wieder.“ Außerdem würde diese Maßnahme in einigen Verbrauchermärkten schon für einen guten Zweck praktiziert: „Es gibt viele Menschen, die davon Gebrauch machen und spenden.“

Ute Dietz, auf dem Wochenmarkt ebenfalls im Einzelhandel tätig, würde es begrüßen, wenn auf das „Klimpergeld“ verzichtet würde: „Den Pfennig haben wir früher immer als Glücksbringer geehrt. Aber die Cent-Stücke müssen nicht sein.“ Sie stelle immer wieder fest, dass besonders ältere Menschen nicht so richtig damit klarkommen: „Viele geben gar kein Kleingeld, sondern nur Scheine. Oder sie reichen uns die Geldbörse über den Tresen, damit wir uns die passende Summe herausnehmen.“ Daher wäre es eine sehr gute Sache, wenn die Fünf-Cent-Stücke die kleinsten Geldstücke wären: „Preise, die auf diesen krummen Centbeträgen enden, sind in meinen Augen nirgends nötig. Darauf könnte auf alle Fälle verzichtet werden.“

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