Ferienpass-Teilnehmer verbringen aktiven Bauernhof-Nachmittag

Trecker-Veteranen nehmen Kinder mit aufs Land

31 Kinder hatten auf dem Hof Brengelmann unter dem Motto „Landwirtschaft wie vor 60 Jahren“ jede Menge Spaß. - Foto: Nosthoff

Lüerte - „Am besten gefällt mir das Treckerfahren“, meinte der siebenjährige Hendrik am Sonnabend. Wie 30 weitere Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren verbrachte er im Rahmen der Ferienpass-Aktion auf dem Hof Brengelmann in Lüerte einen Nachmittag wie auf einem Bauernhof vor etwa 60 Jahren. Dazu gehörte die Kartoffelernte mit Trecker und Rohder auf dem Feld genauso wie das Herstellen von Reisigbesen und Tauen oder das Backen von Stockbrot – alles unter fachkundiger Anleitung der Mitglieder des Trecker-Veteranen-Clubs Lüerte.

Die Aktion ist seit Jahren einer der absoluten „Renner“ unter den Sommerferienpass-Veranstaltungen. „Am Tag der Anmeldungen dauert es keine zehn Minuten, bis die 30 Plätze vergeben sind. Dieses Mal haben wir sogar 31 Kinder aufgenommen“, erklärte Hofbesitzer und Club-Vorsitzender Hans-Hermann Brengelmann. 17 Helfer sorgten für die Betreuung und Verpflegung der Kinder und nahmen sie per Trecker, Kremser oder Unimog mit aufs Feld.

Zum ersten Mal mit dabei waren die beiden Plattdeutschbeauftragten Wildeshausens Friedrich Ahlers und Margret Hogeback. „Das passt perfekt zu unserem Motto. Denn vor 100 Jahren haben auf dem Land noch alle durchweg Platt gesprochen“, freute sich Brengelmann über die Gäste.

„Uns ist es ein Anliegen, bei den Kindern das Interesse für die plattdeutsche Sprache zu wecken“, erläuterte Ahlers. Die alte Sprache sei auch ein Stück Kulturgut und Heimat. Es sei oft aber gar nicht so leicht, den Kindern zumindest einige Begriffe der plattdeutschen Sprache beizubringen. „Das merke ich sogar bei meinen eigenen Enkelkindern“, meinte Ahlers. Allerdings fand er es erstaunlich, dass ein Großteil der Mädchen und Jungen doch teilweise Platt zumindest versteht und es mitunter aus dem Sprachgebrauch von Eltern und Großeltern kennt.

Während der Ferienpass-Veranstaltung brachten Ahlers und Hogeback den Kindern die Sprache wie nebenbei ein Stück näher. Zum Beispiel erläuterten sie, woher eigentlich das allseits bekannte „Moin“ kommt und dass es so viel wie „Schöner Tag“ bedeutet. Sie zählten auch auf Plattdeutsch mit, wie viele Hammerschläge die Kinder beim Nägel einschlagen benötigten, bis der Nagel vollständig im Holz verschwunden war. An dieser Station hielten sich der zehnjährige Mika und der 13-jährige Mohammed mit Begeisterung lange Zeit auf.

„Einer vom Trecker-Veteranen-Club hat das gerade mit einem einzigen Schlag geschafft“, erzählte Mika immer noch ungläubig staunend und zeigte auf Brengelmann. Vergeblich versuchte er, es ihm nachzutun. „Aber das Geilste kommt gleich erst noch“, verriet er seinem neuen Kumpel Mohammed. „Die Fahrt mit dem Unimog. Das kenne ich schon.“

Am späten Nachmittag hatten alle Kinder ihre erste eigene Kartoffelernte eingefahren, die Reisigbesen gefertigt sowie mit einer alten Maschine bunte Taue gedreht und so Springseile hergestellt. Gestärkt mit Pommes und Stockbrot ging es schließlich zum Schluss noch an eine letzte Aufgabe: Das Tauziehen „Trecker gegen Kinder“ entpuppte sich als besondere Herausforderung für die jungen Teilnehmer. Die Trecker-Veteranen-Fahrer sorgten allerdings dafür, dass die „richtige“ Seite den Wettkampf gewann. - an

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