Spielzeug steht an Twistringer Weg und soll entfernt werden

Stadt sieht Bobbycar als unerlaubte Sondernutzung

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Die Anwohner und das Bobbycar am Straßenrand. Die Stadt möchte, dass das Gefährt entfernt wird. 

Wildeshausen - Ein kleines Bobbycar, das seit etwa neun Monaten am Twistringer Weg kurz vor der Einfahrt zum Grundstück von Silke und Michael Müller steht, sorgt derzeit für einige Aufregung bei der Nachbarschaft und hat in den vergangenen Tagen das Ordnungsamt der Stadt und die Polizei beschäftigt. Im Behördendeutsch handelt es sich um eine „unerlaubte Sondernutzung“ auf dem Grünstreifen vor dem Müller-Grundstück, sodass die mutmaßlichen Besitzer gebeten werden, das Kinderspielzeug bis Dienstag zu entfernen.

„Das wird nicht geschehen“, teilen Müllers mit, denn der Eigentümer sei nicht zuzuordnen, und eigentlich erfülle das Kunststoffauto – unabhängig davon, wer es dort abgestellt habe – auch einen ganz guten Zweck, indem es vorbeirasende Autofahrer dazu mahne, den Fuß vom Gas zu nehmen.

„Hier wird sehr schnell gefahren“, sagen Michael Müller sowie die Nachbarn Nadine und Philipp Hellmers, deren zweijähriger Sohn ebenso durch den Verkehr gefährdet ist wie die Jungen und Mädchen des städtischen Kindergartens. Während der Bring- und Holzeiten würden sich die Autofahrer noch mäßigen. Zu anderen Zeiten würde schätzungsweise bis 100 Stundenkilometer gefahren, wo nur 50 oder 30 (direkt vor dem Kindergarten) erlaubt ist.

Nach Auskunft der Stadt wurde das Ordnungsamt von einem Anwohner informiert, der das Bobbycar an der Straße kritisch sieht. Auch die Polizei ahnt die Gefahr, dass Kinder von der anderen Straßenseite durch das Kunststoffauto angezogen werden und nicht auf den Verkehr achten. So ging vor wenigen Tagen ein Verwaltungsbrief wegen der „unerlaubten Sondernutzung“ des Grünstreifens an die Müllers.

Die Empfängerin Silke Müller findet das lächerlich. Sie könne die Bedenken der Polizei ja noch verstehen, aber sie sei stellvertretende Schiedsfrau der Stadt, und es sei doch eher sinnvoll, sich darüber zu unterhalten als Briefe zu schreiben. „Die Umgangsweise ist nicht richtig“, meint sie. Das werde sie auch der Verwaltung mitteilen.

Grundsätzlich geht es den Anwohner aber darum, dass endlich jemand wahrnimmt, dass auf dem Twistringer Weg gerast wird. Sie würden sich sogar an Kosten einer Verkehrsberuhigung beteiligen. „Es muss ja nicht erst etwas Schlimmes geschehen“, so Silke Müller. 

dr

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