Radio Antenne unterstützt Familie

Spendenaktion: Tochter singt für krebskranke Janett Dönmez

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Die Musik gibt Mutter Janett und Tochter Serife Dönmez immer wieder Kraft. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Neben ihrem Bett hängen ein Traumfänger, ein Herz mit der Aufschrift „I love you“ und eine Kette, an der sich Plaketten mit der Zahl „40“ befinden. Denn die 36-jährige Janett Dönmez aus Wildeshausen hat einen großen Wunsch: Sie möchte noch 40 Jahre alt werden, diese vier Jahre noch stärker sein als der Brustkrebs, durch den ihr gesamter Körper mit Metastasen befallen ist. Und sie möchte gerne einmal mit ihren Kindern ins Disneyland Paris reisen. Dafür ist eine große Spendenaktion angelaufen.

Auslöser für die gesamte Aktion und das Bekanntwerden dieses schweren Schicksals war ein Video, das von Radio Antenne Niedersachsen veröffentlicht wurde. Es zeigt die elfjährige Tochter Serife, die ein Lied mit der Gitarre spielt und dazu singt. 

„Per Whats-app hatte Serife mit uns Kontakt aufgenommen und uns von ihrer Mutter Janett erzählt. Doch es gibt Trost‘, schrieb sie uns. Sie finde diesen in der Musik. Und damit will sie anderen Mut und Hoffnung machen. Schaut euch ihr Video an“, schreibt der Sender.

„Die Medikamente helfen sehr gut"

Im Gespräch mit Janett Dönmez wird sehr schnell deutlich, dass sie den Willen hat, noch längere Zeit stärker zu sein als ihre schlimme Krankheit. Auch für ihren Brusttumor hat sie schnell eine Bezeichnung gefunden: „Dieses 1,64 Zentimeter kleine Arschloch hat mir die Leber zu 80 Prozent übermetastasiert und meine Knochen mit 40 Metastasen übersät.“ Aber sie sei Paliativpatientin: „Die Medikamente helfen sehr gut. Ich habe somit bis zu meinem Tod keine Schmerzen und daher keine Angst vorm Sterben.“ Vorher will sie jedoch noch leben, etwas von ihren Kindern haben. Neben Serife gibt es noch Aylin (acht Jahre) und Denniz (zwölf Jahre), mit denen sie so liebendgerne nach Paris fahren möchte.

Immer wieder macht sie deutlich, dass es wichtig ist, nicht vor der Krankheit wegzurennen: „Es bringt doch nichts, jetzt zu verzweifeln, auch wenn mir die Ärzte im August nur noch ein Jahr gegeben haben. Viele Krebskranke lassen sich fallen. Genau das ist völlig verkehrt.“ Sie kämpfe wie ein Löwe. Das ist ein Satz, denn jeder der Frau abnehmen muss, die ständig ein Lächeln im Gesicht hat. Und das trotz einer solch niederschmetternden Diagnose: „Ich bekomme auch Chemotherapie und Spritzen, die mir helfen können, mein Leben noch etwas zu verlängern – die Metastasen etwas in Zaum halten.“

Serife chattet mit dem Radiosender

Aber wie ist Radio Antenne auf die quirlige Serife, die sich so gar nichts anmerken lässt, dass sie wegen ihrer Mutter traurig ist, aufmerksam geworden? „Ja, die Kleine ist sehr stark. Wir beide standen im Stau auf der B 213, als im Radio Musik lief, die meiner Tochter so gar nicht gefallen hat.“ Prompt habe sie die Möglichkeit genutzt und sich per Whatsapp-Sprachnachricht den Song „Ich bin doch keine Maschine“ von Tim Bendzko gewünscht: „Dadurch ist der Stein ins Rollen gekommen.“ Ein Blick auf den Chatverlauf auf Mamas Handy zeigt, dass die Elfjährige auch am anderen Morgen ausführlich mit dem Sender gechattet hat. Unter anderem hat sie geschrieben „nee, es wird leider nicht wieder, sie wird sterben und ich bin elf Jahre alt“.

Das Video mit ihrem Song hat die Tochter noch am gleichen Tag an Antenne geschickt. Darin sagt sie: „Meine Mama hat Brustkrebs im Endstadium, und ich spiele und singe für alle Frauen ein Lied, um ihnen etwas Mut zu machen“. Schon einen Tag später ging dieser Song in der vergangenen Woche zum ersten Mal über den Äther.

Die Diagnose

Neben dem Bett hängt ein Herz mit der Aufschrift „I love you“ und eine Kette, an der sich Plaketten mit der Zahl „40“ befinden.

Es war Ende Juli, Janett Dönmez war gerade aus dem Urlaub aus Kroatien zurück, als sie vor Schmerzen kaum noch Luft bekommen hat und ins Krankenhaus transportiert werden musste. „Die Ärzte haben zunächst auf Gallensteine getippt. Das war vor dem Ultraschall, der dann zeigte, dass es keine Steine sind. Vielmehr bestand der Verdacht auf Metastasen.“ Zwei Tage und einige Untersuchungen später dann die traurige Wahrheit: „Es ist Brustkrebs, der unwahrscheinlich viel gestreut hat. Und das, obwohl ich vorher niemals Schmerzen hatte.“

Anstatt in eine Art Schockstarre zu fallen hat Dönmez sofort begonnen, alles zu ordnen: „Antenne hat die Aktion ,Wir zahlen Ihre Rechnung‘. Umgehend habe ich mir Kostenvoranschläge für meine Beerdigung erstellen lassen und sie an den Sender geschickt.“ Nein, das sei nicht zu früh gewesen: „Ich weiß doch heute nicht, wie es mir in einem halben Jahr geht. Also ordne ich schon jetzt alles, um dann die letzten Monate genießen zu können.“ Obwohl die Aktion per Auslosung läuft, hat Antenne schon jetzt mitgeteilt, dass der Betrag von 4 .426 Euro für die Beerdigung auf ein Treuhandkonto überwiesen wird.

Die Spendenaktion

Wer sich an der großen Spendenaktion beteiligen möchte, kann dies im Internet tun.

https://www.leetchi.com/c/soziales-von-janett-und-serife

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