Bunte Projektwoche im Gymnasium Wildeshausen 

Schlager, Brieftauben und Streichholzraketen

Aus Paletten werden in Handarbeit Sitzmöbel hergestellt, die noch mit Polstern versehen werden. - Fotos: Petzold

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Dumpf schlagen die Dartpfeile auf die Scheibe: „tock, tock, tock“. Der mehrfache deutsche Dartmeister Tomas „Shorty“ Seyler weihte am Montag Wildeshauser Gymnasiasten in die Kunst des Dartspiels ein. Bei „Alles Paletti“ werden aus Paletten Sitzmöbel. Mehr als 40 Projekte bieten den Schülern Abwechslung vom Lernalltag.

„Drei der Teilnehmer kamen mit der Idee auf mich zu, da sie wussten, dass ich in meiner Freizeit Darts spiele“, erzählt Lehrer Sebastian Schell. „Das Motto der Woche lässt sich gut auf Dart übertragen, der Sport wandelt sich ständig.“ Jetzt lassen 32 Schüler – ausschließlich Jungs – die Pfeile durch die Luft schwirren. Einer der Stars des Sports ist Tomas „Shorty“ Seyler. Der gebürtige Bremerhavener ist einer der besten deutschen Dartspieler und kommentiert Spiele für das Fernsehen. „Ich mache so etwas wie hier immer gerne und hoffe natürlich, dass ein paar Jungs auch nach der Projektwoche dabei bleiben“, sagt Seyler. Bevor es ans Pfeilewerfen geht, spricht er zunächst über den Sport und muss viele Fragen beantworten. „Die sind wirklich interessiert, das macht Spaß.“

Nach der Theorie stürmen die Schüler an die Scheiben. In der Mitte des Klassenraums steht eine hölzerne Wand mit jeweils vier Boards an jeder Seite – alles nach offiziellen Wettkampfmaßen. „Das Material stammt aus der ehemaligen Flüchtlingsunterbringung in der Widukind-Halle. Wir haben am Sonntag achteinhalb Stunden daran gearbeitet, aber im Anschluss wollten die Jungs natürlich gleich ein paar Pfeile werfen“, freut sich Schell.

Wer bei Darts aber nur an Kneipensport in biergeschwängerter Atmosphäre denkt, liegt falsch. „Alle sind hochkonzentriert. Es geht um Koordination und Strategie. Auch Kopfrechnen wird geschult“, erzählt Schell. Die Schüler rechnen nämlich selbst und müssen sich genau überlegen, wie sie am sinnvollsten von 501 Punkten herunterspielen.

Der 17-jährige Sebastian und seine Freunde sind mit dem Vorschlag für die Projektwoche auf Lehrer Schell zugegangen. Für sie war das Treffen mit Seyler ein Highlight. „Einen so bekannten Profi persönlich zu treffen, ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Sebastian.

„Das Projekt ist spannend und cool“, sagt der elfjährige Kai, der beim Möbelbau dabei ist. „Handwerken macht mir Spaß. Mit einem Kumpel hab ich auch schon mal ein Baumhaus gebaut.“ In mehreren Schritten sollen aus harten Europaletten einladende Sitzmöbel werden. Dafür wird fleißig geschmirgelt, lasiert und genäht.

„Die Schüler sind alle voll dabei und machen alles per Hand“, erzählt Lehrerin Monika Terfehr. „Die Konstruktion ist selbst ausgedacht und das Farbkonzept an die Schule angepasst. Man kann sich auf den Paletten auch mal lang machen.“

Die elfjährige Heleen freut sich, dass sie bei dem Projekt mitmachen kann: „Das ist der angesagteste Workshop. Ich komme vom Bauernhof und kann gut schmirgeln und bauen.“

Die Projektwoche endet am Sonnabend, 27. August, mit der Präsentation der Werke und Ergebnisse von 10 bis 13.30 Uhr. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

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