Wahlkampf-Veranstaltung im Waltberthaus

Politiker diskutieren über Arbeitsplätze

Acht Politiker stellten sich den Fragen von Martin Siemer.

Wildeshausen - Es war die erste öffentliche Podiumsdiskussion in Wildeshausen im Vorfeld der Kommunalwahl – und der Besuch im Waltberthaus war ein wenig ernüchternd. Rund 50 Gäste kamen auf Einladung der Kolpingsfamilie am Freitagabend, doch unter den Besuchern waren kaum interessierte Bürger jenseits der Parteien. Der größte Teil der Anwesenden kandidiert selbst für den Stadtrat, der am 11. September neu gewählt wird.

Elisabeth Storck von der Kolpingsfamilie brachte es angesichts der schwachen Bürger-Beteiligung auf den Punkt: „Wenn wir dazu beitragen können, dass mehr Leute zur Wahl gehen, haben wir einiges geschafft“, betonte sie die Schwierigkeit, die Wähler zu motivieren, sich zu informieren.

Unter der Moderation des Journalisten Martin Siemer diskutierten Wolfgang Sasse (CDU), Evelyn Goosmann (SPD), Rainer Kolloge (UWG), Klaus Schultze (Grüne), Marko Bahr (FDP), Kreszentia Flauger (Linke) sowie die beiden Einzelbewerber Helmut Müller und Karl Schulze Temming-Hanhoff zu den vom Kolpingswerk vorgegebenen Themen Schaffung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze, sozialer Wohnungsbau und Kindergärten und Schulen.

„Das sind wenig kontroverse Themen“, fand Kolloge, da man sich in diesen Fragen weitgehend einig sei. Dennoch wurde schon bei der Wirtschaftsförderung deutlich, dass es verschiedene Gewichtungen gibt. Sasse, Goosmann und Bahr positionierten sich klar für ein zu schaffendes Industriegebiet Wildeshausen-West, um großen Firmen aus der Stadt auf Wildeshauser Gebiet eine Zukunft bieten zu können. Schultze konnte sich zwar mit dem Gebiet noch nicht so anfreunden, sah aber die Notwendigkeit, der Industrie Flächen zu bieten. Die Vorstellung von Kolloge, dass die Kreisstadt weniger auf Industrie setzen sollte, empfand er als „Infantilisierung von Politik“.

Flauger regte an, ein Gründerzentrum in Wildeshausen zu schaffen, auch der Tourismus sollte gestärkt werden, um gute Arbeitsplätze zu schaffen. Das sahen Müller und Temming-Hanhoff ähnlich.

Was die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen betrifft, fand Sasse, dass Wildeshausen gut aufgestellt ist. Als Beispiele nannte er die „Auszeit“ im Krandel und den neuen Seniorenwohnpark an der Hunte. Kolloge (UWG) hielt den Senioren-Wohnpark allerdings wegen niedriger Löhne gerade nicht für ein „Paradebeispiel“. Auch sonst sehe er in Wildeshausen aktuell keine gute Linie bei der Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen, wenn sich Speditionen oder ein Palettenhandel ansiedele. „Das sind nicht die Arbeitgeber, die ich mir wünsche.“ Flauger betonte: „Es reicht nicht, zu sagen, wir wollen irgendwelche Arbeitsplätze.“ Die Stadt müsse schon dafür sorgen, dass es da keine Fehlentwicklungen gebe.

Temming-Hanhoff sah insbesondere in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme kritikwürdige Zustände, was den sozialen Wohnungsbau betrifft: „Die hätte schon lange abgeschlossen sein müssen“, sagte er. Zudem fehlten Schule und Kindergarten. Sozialer Wohnungsbau sei dort bislang überhaupt nicht möglich gewesen.

Müller sieht Wildeshausen, was günstigen Wohnraum betrifft, aber mittlerweile auf einem guten Weg. „Wir haben Glück. Wir haben bald mehr als 200 derartige Wohnungen zur Verfügung.“ Die Politik könne allerdings nur die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Gefragt seien bei der Realsierung eher Wohnungsbaugenossenschaften. Was gut bezahlte Arbeit betrifft, mahnte Müller eine professionellere Wirtschaftsförderung mit einer aktiven Bestandspflege an. Auf die Frage von Grünen-Kandidat Klaus Schultze, ob ihm die Arbeit von Claus Marx nicht gefalle, entgegnete Müller, es müsse noch mehr Kraft und Zeit in die Wirtschaftsförderung gesteckt werden. 

dr

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