Politik vor wichtiger Weichenstellung für bezahlbares Wohnen in Wildeshausen

Wer baut wann am Lehmkuhlenweg?

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Seit Jahren liegt die Fläche am Lehmkuhlenweg brach. Die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft hat Konzepte für günstiges Wohnen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. In Wildeshausen gibt es zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Das ist seit langem bekannt. Bislang gab es jedoch kaum Initiativen, etwas dagegen zu tun. Nun erstellt das Büro Protze und Theiling ein Wohnraumversorgungskonzept für die Kreisstadt. Zudem ist geplant, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung am 21. Januar entscheidende Weichenstellungen für die Schaffung von günstigen Wohnungen vornimmt.

Es ist höchste Zeit für grundsätzliche Planungen. Da sind alle Beteiligten einer Meinung. Denn der Versuch, eine Fläche an der Straße „Am Rapsacker“ im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens anzubieten und zu veräußern, scheiterte mangels Interessenten. Es müssen größere und attraktivere Flächen her, die sozialen Wohnungsbau ermöglichen. Dort dürfen dann lediglich Menschen mit einem entsprechenden Berechtigungsschein einziehen. Das Bezugsrecht ist unter anderem vom Einkommen abhängig. Alleinerziehende, Auszubildende oder Hartz-IV-Empfänger sollen dadurch bessere Möglichkeiten bekommen, eine geeignete Wohnung zu beziehen. Für Asylbewerber sind diese Immobilien nicht in erster Linie gedacht.

Drei Flächen sollen in Wildeshausen schon bald bebaut werden. Auf einer privaten Fläche am Kornweg plant die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (GSG) Oldenburg den Bau eines Hauses mit zehn Wohneinheiten. Auf einem im Besitz des Landkreises befindlichen Areal an der Goldenstedter Straße möchte die GSG drei Gebäude mit jeweils 19 Wohneinheiten erstellen. Es bleibt das Gelände am Lehmkuhlenweg, das sich im städtischen Besitz befindet und nach Angaben der Stadtverwaltung auch „weiterhin zur Diskussion“ steht. Hier hatte die GSG fünf Gebäude mit insgesamt 70 Wohneinheiten vorgeschlagen, wurde dann jedoch gebeten, die Planungen einzustellen.

So ganz raus ist die Gesellschaft aber wohl noch nicht aus dem Geschäft, denn die Verwaltung regt an, für die Fläche am Lehmkuhlenweg ein Interessenbekundungsverfahren anzustoßen, in dessen Rahmen das Areal komplett oder teilweise angeboten wird.

Unterdessen hat ein Wildeshauser Wohnungsbauunternehmen ein Kaufangebot bei der Stadt eingereicht. Helmut Müller möchte dort vier Mehrfamilienhäuser mit 76 Wohneinheiten und sechs Bungalows mit je vier Wohneinheiten errichten. Das Projekt wäre sowohl für Einkommensschwächere als auch für Flüchtlinge geeignet.

Auf dem Tisch liegt auch der Antrag der Linken-Ratsfrau Kreszentia Flauger, die Fläche teilweise zu verkaufen. Sie hat das Projekt „Wohnpark Lehmkuhlenweg“ vorgeschlagen, das mindestens 60 günstige Wohneinheiten verschiedener Größe vorsieht.

Weiter regt die CDU eine Prüfung an, ob der Bauhof einen Teil der Fläche am Lehmkuhlenweg erhalten könnte. Das frei werdende Grundstück an der Ahlhorner Straße könnte dann für den Bau von einfachen Flüchtlingsunterkünften bereit gestellt werden.

Vertreter des Büros Protze und Theiling werden im Rahmen der Sitzung ihr Konzept vorstellen, um der Politik eine verlässliche Grundlage für das weitere Vorgehen zu liefern. Für ein Projekt liegt dem Vernehmen nach schon ein Bauantrag bei der Stadt vor.

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