Jusos versorgen hungrige Spieler bei der Kreismusikschule mit Bratwürsten

Von Pokémon zur Politik

Thore Güldner (links) und Matthias Kluck verbanden Lokalpolitik mit dem Hype um das Smartphone-Spiel „Pokémon GO“. - Foto: an

Wildeshausen - Von Anja Nosthof. Auf den ersten Blick hat Lokalpolitik herzlich wenig mit dem bundesweiten Hype um das neue Smartphone-Spiel „Pokémon GO“ zu tun. Aber in Wildeshausen führten die beiden Jusos Matthias Kluck und Thore Güldner beides zusammen.

„Das Spiel hat die Innenstadt plötzlich wieder total belebt. Man sieht auf einmal ganz viele junge Leute in der Stadt“, berichtete Kluck. Das nutzten die Jusos am Freitagnachmittag und -abend, um mit den Spielern, die sich stets in besonders großer Zahl an der Kreismusikschule treffen, ins Gespräch zu kommen.

„Spiel-Fieber hat uns auch ergriffen“

„Uns hat das Spiel-Fieber auch ergriffen“, verrieten Kluck und Güldner, während sie bereits um 16 Uhr das SPD-Grillfahrrad vor der Kreismusikschule positionierten. „Wer sich stundenlang mit der Pokémon-Jagd beschäftigt und dafür zwischen den Pokéstops hier in der Innenstadt ständig im Kreis wandert, der kann zwischendurch sicher auch mal eine Stärkung gebrauchen“, meinte Kluck grinsend.

Durch das Pokémon-Grillen wollten die jungen Kreistags- und Stadtratskandidaten eine andere Zielgruppe erreichen, als es mit einem klassischen Wahlkampfstand möglich wäre. „Um an einen klassischen Wahlstand mit Flyern und Keksen zu kommen, muss man schon von vornherein an Politik interessiert sein“, meinte Kluck.

Über das Pokémon-Spiel kommen dagegen ganz verschiedene Leute zusammen. „Es bilden sich sogar Fahrgemeinschaften in größere Städte unter Leuten, die sich vorher noch nicht kannten“, so Kluck. In Wildeshausen habe er schon alte Bekannte aus Aschenstedt, Dötlingen und Hockensberg getroffen, die man sonst kaum in der Innenstadt gesehen habe – Pokémon habe sie dorthin gelockt.

„Zu den richtig guten Spielern zählen wir beide allerdings nicht – das Spiel ist nämlich schon sehr zeitraubend“, verrieten Kluck und Güldner. Aber auch das „Zwischendurch-Spielen“ mache Spaß. Schon als Grundschüler waren die beiden 20-Jährigen übrigens dem Pokémon-Fieber verfallen und hatten fleißig Kärtchen der berühmten „Taschenmonster“ gesammelt.

Martin und Sarah Rökker haben bemerkt, dass das Pokémon-Fieber sogar das Dorfgemeinschaftshaus in Düngstrup belebt, wo sich der einzige Pokéstop der Landgemeinde befindet.

„Und das Beste ist: Die Geschwister reden über das Spiel angeregt miteinander, statt sich zu streiten“, sagte Mutter Marion Rökker über ihren 24-jährigen Sohn und ihre 17-jährige Tochter.

Bis 20 Uhr versorgten Kluck und Güldner hungrige Spieler mit kostenlosen Bratwürsten. Die Gespräche entwickelten sich dabei oft in ganz verschiedene Richtungen – über das Spiel oder eben auch über Wildeshausen. Wer wollte, konnte seine Wünsche für die Entwicklung des Landkreises Oldenburg in die Wünsche-Box packen, die die SPD-Kandidaten eigens dafür vorbereitet hatten.

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