Verein baut Gewerbehalle zu Gebetsraum um 

Moschee für alle Muslime

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Omar Fakhro, Vorsitzender des Vereins für Bildung und Sport, zeigt den Gebetsraum und die Öffnung für die Kuppel.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Mitten im Gewerbegebiet, direkt an der Daimlerstraße und damit neben dem zukünftigen Polizeigebäude, baut der Verein für Bildung und Sport, ein Zusammenschluss von 30 Muslimen in Wildeshausen, eine Halle zu einem Veranstaltungs- und Gebetszentrum um. Seit zwei Jahren hatten sich die Mitglieder um das Objekt bemüht, und seit wenigen Wochen wird gewerkelt.

Die Muslime aus dem Libanon, Pakistan, Syrien, der Türkei sowie Kurden leben zum Teil seit Jahrzehnten in Wildeshausen und sind gut integriert. Der Verein wurde im Jahr 2000 gegründet und sieht sich als Ansprechpartner für alle liberalen Muslime in der Region. „Wir sind eine offene Gemeinde, und unser Haus soll allen Menschen offen stehen“, sagt Omar Fakhro, Vorsitzender des Vereins. 

Da es in Wildeshausen, auch durch die Flüchtlinge, immer mehr Muslime gebe, habe man sich intensiv nach einer Immobilie umgesehen, um dort nicht nur gemeinsam (mit deutscher Simultan-Übersetzung) zu beten, sondern Sport zu treiben, Koranschulungen anzubieten, die arabische Sprache zu lehren und den Kindern sowohl Nachhilfe als auch Freizeitgestaltungen anzubieten. „Wir wollen die Jungen und Mädchen von der Straße holen“, betont Fakhro. „Das ist wichtig, damit sie nicht in der verkehrten Ecke landen.“

Nach Aussage von Sprecher Muhamad Fakhro ist mittlerweile sogar in Wildeshausen die Gefahr gewachsen, von Salafisten angeworben zu werden. Es gebe Personen, die ganz offen gegen das neue Moschee-Projekt agitierten, weil dort ein friedlicher Islam gelehrt wird und die Verständigung mit anderen Glaubensrichtungen gesucht wird. Selbst Drohungen hat es wohl schon gegen den Verein gegeben.

Die Mitglieder lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Der größte Teil der Umbauten werden in Eigenarbeit erledigt. So entsteht in der 280 Quadratmeter großen Halle ein 192 Quadratmeter großer Gebetsraum mit Kuppel. Es wird diverse Nebenräume geben, in denen gespielt und geklönt werden kann. 

Geplant sind zudem Sanitärräume in einem Anbau sowie ein Raum für den Imam (Vorbeter). In die Gebäudehülle haben die Muslime drei Fenster geschnitten, an der Front ist ein großes Eingangstor geplant. „Bis zum Ende des Jahres wollen wir mit dem Hauptgebäude fertig sein“, kündigt Omar Fakhro an, der auch als Imam tätig ist. Mit Sicherheit wird es ein Einweihungsfest für alle Wildeshauser geben.

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