Verärgerung über Analyse der Datenverarbeitung 

Wechselnde Mehrheiten im Stadtrat zu erwarten

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Bis in die tiefe Nacht wurde in Wildeshausen gerechnet, bis klar war, wer in den neuen Stadtrat einzieht und wer Stimmen dazu gewonnen oder verloren hat. Für viel Verwirrung sorgte dabei die Kommunale Datenverarbeitung (KDO), die die aktuelle Wahl mit der von vor zehn Jahren verglich – und damit völlig falsche Gewinn- und Verlustrechnungen präsentierte.

Unter dem Strich ist nun klar, dass die CDU mit 30,7 Prozent der Stimmen ein Plus von 0,43 Prozent erreichte. Die SPD kam auf 27,61 Prozent und verlor damit 2,10 Prozent. Größter Verlierer waren die Grünen mit 6,86 Prozent (2011: 10,99 Prozent) und die FDP mit 5,05 Prozent (2011: 6,58 Prozent). Die UWG erreichte 20,05 Prozent (2011: 19,91 Prozent), die Linke 3,55 Prozent (2011: 2,52 Prozent), die Piraten kamen erstmals auf 1,67 Prozent, Karl Schulze Temming-Hanhoff erreichte als Einzelbewerber 2,86 Prozent und zieht damit in den Rat ein, während Helmut Müller dieses Ziel mit 1,61 Prozent verfehlte.

„Das ist eine Sauerei“, war CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse auch am Montag noch sauer über die Präsentation der KDO, die den ganzen Abend über im Stadthaus lief und zum Teil zweistellige Verluste der CDU auswies. „Das darf nicht passieren. Das war rufschädigend für uns.“

Unter dem Strich ist Sasse aber nun sehr zufrieden damit, dass die Christdemokraten stärkste Kraft im Rat sind. Er strebt ein „gutes Miteinander“ mit Bürgermeister Jens Kuraschinski an und möchte auch dem „Piraten“ Uwe Bock eine Chance geben: „Wir kennen ihn ja noch nicht.“

„Wir sind die Wahlverlierer“, gibt Klaus Schultze (Grüne) unumwunden zu. Das dritte erhoffte Mandat sei offenbar bei den Piraten gelandet. Da die Öko-Partei in Wildeshausen auch im Vergleich zu den Nachbargemeinden schlecht abgeschitten hat, möchte Schultze das Profil in den kommenden Jahren deutlich schärfen.

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann hätte sich gerne ein Mandat mehr gewünscht. Immerhin haben die Sozialdemokraten aber trotz der Verluste den neunten Sitz zurückgeholt, den sie mit dem Ausscheiden von Karl Schulze Temming-Hanhoff verloren hatten. „Wir haben also wieder wechselnde Mehrheiten“, so Goosmann. Damit sei der Rat aber in der Vergangenheit gut gefahren.

Trotz der Verluste sieht Marko Bahr von der FDP das Abschneiden seiner Parteil bei der Wahl positiv. „Wir sind ja erst vor ein paar Wochen angetreten“, sagt er. Außerdem seien viele Kandidaten kaum bekannt gewesen. „Dafür war das ein gutes Ergebnis“, betont er. „Die Wähler haben uns einen Vertrauensvorschuss gegeben. Nun wollen wir auch überzeugen.“ Dabei, so hofft Bahr, könne er auf das Fachwissen des ehemaligen Ratsherrn Lars Kosten und des freien Bewerbers Helmut Müller bauen, die beide weiter der Partei verbunden seien.

Deutlich mehr Einfluss hatte sich UWG-Fraktionsvorsitzender Rainer Kolloge nach der Wahl im Stadtrat gewünscht. „Mit dem tollen Team hätten wir auf jeden Fall auch ein besseres Ergebnis verdient gehabt“, glaubt er. Ganz offenbar seien die Themen „Bauliche Entwicklung am Marktplatz“ und „Industriegebiet Wildeshausen-West“ aber nicht wahlentscheidend gewesen. Kämpferisch kündigt Kolloge jedoch an: „Wir werden weiter der Stachel im Fleisch der CDU bleiben.“

Immerhin war die Wahlbeteiligung in Wildeshausen mit 51,50 Prozent 3,26 Prozent höher als vor fünf Jahren. Somit erhöhte sich die Zahl der abgegebenen Stimmen um 875. Es wurden 8 032 gültige Stimmzettel in die Urne geworfen, 163 Zettel waren ungültig.

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