Ausschuss sucht nach Klarheit und möchte tatsächliche Kosten ermitteln

Kindergartengebühren: „Berechnung für Verrückte“

Die Ausschussmitglieder informierten sich im Kindergarten „Knaggerei“ über den Zustand des Gebäudes. - Foto: dr

Wildeshausen - Gibt es in Wildeshausen Kindergärten, die baufällig sind und bei denen der Träger die Zuschüsse der Stadt nicht ausreichend in den Erhalt der Bausubstanz steckt? Dieser Eindruck war nach einem Redebeitrag von Rainer Kolloge (UWG) in der Ratssitzung vor wenigen Wochen entstanden. Im Kindergarten „Knaggerei“ überzeugten sich die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie auf Antrag von Stefan Brors (CDU) davon, dass dort alles in „gutem Zustand“ ist, wie Johanneum-Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt betonte.

Und auch sonst ist nicht zu befürchten, dass die Kinder in Wildeshausen irgendwo nicht ordentlich untergebracht sind. Nach dem Ortstermin tagte der Ausschuss im Stadthaus, und im Rahmen der gut einstündigen Diskussion wurde deutlich, dass eher die Frage, wie eine möglichst effektive Vertretung von Ausfällen zu organisieren ist, schwierig zu beantworten sein dürfte. Noch vor der Sommerpause hatte der Rat beschlossen, die Grundsteuer zu erhöhen, damit die Vertretungsreserve finanziert werden kann. Während es da nur um 120 000 Euro ging, dürfte im kommenden Haushalt mindestens die gleiche Summe noch einmal fehlen. Keiner der anwesenden Träger der Kindertagesstätten war jedoch in der Lage zu sagen, ob man mit dem Geld überhaupt hinkommt. So nahm Kolloge durchaus erstaunt zur Kenntnis, dass die Stadt mit dem vielen Geld lediglich die Mindestreserve zur Verfügung stellt. „Dann werden wir voraussichtlich im kommenden Jahr ein noch größeres Loch haben“, befürchtete er.

Wolfgang Sasse (CDU) mahnte an, dass es Ziel sein müsse, genau zu ermitteln „wie viel Geld wir für eine Einrichtung ausgeben“. Diese Zahlen forderte er ein. Gleichzeitig war aber auch ihm klar, dass die „Berechnung von Kindergartenbeiträgen etwas für Verrückte ist“, denn am Ende des Prozesses stehe ein politischer Wert, der mit den tatsächlichen Kosten nicht viel zu tun habe, so sein Eindruck. Somit war auch der Wunsch von Brors, von den Trägern zu erfahren, ob schon eine gute Vertretung organisiert werden kann, sehr optimistisch. Diese konnten nämlich bislang nur berichten, dass die Rahmenbedingungen nun besser seien, aber die Planungen gerade erst begonnen hätten. Klarheit sollen ein umfangreiches Zahlenwerk der Verwaltung und intensive Gespräche mit den Trägern noch vor den Haushaltsberatungen bringen. Darauf einigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig. 

dr

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