Wildeshauser Unternehmen „Metzmodul“ stattet Klimamagazin in Kalkriese aus

„Das war für uns kein alltäglicher Auftrag“

Jochim Kinast von Metz Modul (rechts) überreichte dem Varussschlacht-Geschäftsführer Dr. Joseph Rottmann (l.) und Restauratorin Christiane Matz symbolisch einen Schlüssel für das modernisierte Klimamagazin.

Wildeshausen - Mehr als 6 000 römische Funde hat der Boden auf dem antiken Schlachtfeld in Kalkriese bislang freigegen. Davon sind rund 400 Objekte in der Ausstellung zur Varusschlacht zu sehen. Der weit größere Teil wird im Klimamagazin hinter den Kulissen aufbewahrt.

Damit die Funde optimal lagern, haben Museum und Park Kalkriese das Klimamagazin renoviert und komplett neu möbliert. Möglich wurde das mit dem Wildeshauser Unternehmen „Metzmodul“.

„Alle Objekte brauchen ein passendes Zuhause, und wir Restauratoren sind dafür verantwortlich, dass sie es auch bekommen“, so Diplom-Restauratorin Christiane Matz. „Denn leider gilt für archäologisches Kulturgut nicht: einmal restauriert hält auch für ewig.“

Schon seit vielen Jahren wird das Fundmaterial, zumeist aus Metall und vielfach nicht größer als ein Fingernagel, im Klimamagazin bei einer relativen Luftfeuchte von 25 Prozent gelagert. So soll verhindert werden, dass die wertvollen Objekte weiter korrodieren und dass durch die jahrtausendlange Lagerung im Boden eingedrungene Salze die Funde von innen aufsprengen. 

Durch eine fachgerechte Aufbewahrung sollen Schäden vermieden werden – in Fachkreisen auch „Präventive Konservierung“ genannt. Um sich im Bereich des Funddepots noch besser aufzustellen hat das Varusschlacht-Museum sich auch im Rahmen der Initiative „Kunst auf Lager“ und dank einer Förderung der Stiftung Niedersachsen für die Renovierung entschieden.

Ein entsprechendes Regalsystem, in dem auch der noch so kleinste Fund gut aufgehoben ist und das eine sinnvolle Sortierung erlaubt, bildet vorerst die größte Neuerung. „Konzipiert und optimal angepasst wurde die Einrichtung von der Firma Metzmodul aus Wildeshausen“, so die Verantwortlichen.

„Eigentlich beschäftigen wir uns mit der Ausstattung von Krankenhäusern. Aber die Anfrage aus Kalkriese hat uns gleich begeistert“, so Jochim Kinast und Kurt Muschouri von Metzmodul. „Das hier ist kein alltäglicher Auftrag für uns. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, für ein so wertvolles Kulturgut ein neues Zuhause zu planen?“, so Kinast bei einer Besichtigung des neuen Klimamagazins.

Das Funddepot und damit auch die Funde wurden im Verlauf der Renovierung außerdem im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht gerückt. Mit energiesparenden LED-Leuchten in Tageslichtqualität können nicht nur die Kalkrieser Wissenschaftler, sondern auch Fachkollegen aus aller Welt im neuen Funddepot jetzt die Objekte optimal begutachten. 

Damit einher geht die digitale Erfassung des Kalkrieser Fundspektrums. Im Rahmen des neuen Forschungsprojekts der VW-Stiftung werden alle Funde in eine neue und moderne Funddatenbank eingegeben.

eb/jd

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