Bürgerinitiative Kaiser- und Wittekindstraße wehrt sich gegen Schwerlastverkehr

Jetzt hagelt es Anzeigen

Alltag auf der Kaiser- und der Wittekindstraße. Dort fahren viele Laster und Trecker unrechtmäßig entlang.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Jetzt wird es teuer für einige Spediteure und Landwirte. Weil sie mit ihren Fahrzeugen nicht über die Kaiser- und Wittekindstraße in Wildeshausen fahren dürfen, erstatten die Mitglieder der dortigen Bürgerinitiative bei Zuwiderhandlung nun in Absprache mit dem Landkreis Oldenburg Anzeigen. Knapp 100 Meldungen liegen bereits vor.

„Keiner der Anwohner hat große Freude daran, Anzeigen zu erstatten“, so der Initiativen-Sprecher Ulrich Stolle-Warkotz. „Aber es reicht einfach und es gibt keine Alternative dazu.“

Die Anwohner hatten sich Ende August erneut getroffen, um die Entwicklungen zu diskutieren. Sie möchten die Verkehrssituation auf ihrer Straße verbessern. Ein Anwohner einer innerstädtischen Entlastungsstraße müsse zwar mit einem hohen Verkehrsaufkommen leben, so die Einschätzung, aber er könne auch eine faire Entlastung verlangen, wo dies möglich sei. 

Ziele der Anwohner sind eine Verkehrsberuhigung durch Fahrbahnverengungen, ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern, die Reduzierung des Laster- und Traktorverkehrs, ein Durchfahrtsverbot für Busse sowie ein Fahrverbot für Motorräder zwischen sonnabends 18 Uhr und montags 6 Uhr.

Die Bürger hatten schon vor Monaten auf ihr Anliegen hingewiesen, fühlen sich aber vom Stadtrat nicht wirklich ernstgenommen.„Faktisch sind Kaiser- und Wittekindstraße in verkehrstechnischer Hinsicht ein nahezu rechtsfreier Raum“, so Stolle-Warkotz. „Busse bahnen sich auf der für sie eigentlich viel zu engen Fahrbahn den Weg. 

Mangels Kontrollen werden Geschwindigkeitsbegrenzungen und Einfahrverbote ignoriert. Der komplette Bereich ist eigentlich gesperrt für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen einschließlich ihrer Anhänger – nur mit Ausnahme von Autos, Bussen und Anliegerfahrzeugen.“ In der Praxis werde die Route aber wie ein „Ostring“ von ortskundigen Spediteuren und Landwirten als Abkürzung genutzt.

Die Anwohner wollen das so nicht mehr weiter hinnehmen. Mit der Stadtverwaltung wird derzeit daran gearbeitet, die Beschilderung für ortsfremde Lastwagen-Fahrer zu optimieren.

Seit einigen Wochen überwachen die Anlieger zudem systematisch den Verkehr auf der Kaiserstraße und erstatten in Absprache mit Polizei und Bußgeldstelle des Landkreises Anzeige gegen Fahrzeuge, die den Bereich vermutlich unberechtigt durchfahren.

Tatsächliche Anlieger können sich dann im Zuge des Anhörungsverfahrens durch Vorlage entsprechender Belege von dem Vorwurf entlasten. „Ein Punkt in Flensburg und 75 Euro Bußgeld zuzüglich Verwaltungsgebühren sollten die anderen Fahrer aber zukünftig davon abhalten, die Abkürzung Kaiserstraße zu nehmen“, so die Initiative.

Nach den Wahlen wird die Bürgerinitiative erneut den Dialog mit Stadtrat und Verwaltung suchen, um auch das Busproblem zu lösen. Diese müssten bei Gegenverkehr ganz nach rechts an den Bordstein ausweichen. heißt es. Damit sei es ihnen aber unmöglich, beim Passieren den gesetzlich geforderten Mindestabstand zu Radfahrern und Fußgängern auf dem Bürgersteig einzuhalten. Sollte es keine akzeptable Lösung für die Busproblematik geben, wird die Bürgerinitiative systematisch auch Strafanzeigen gegen Busfahrer stellen, kündigt sie an.

Mehr zum Thema:

220 Kinder entdecken den Wald

220 Kinder entdecken den Wald

Raketenstart in Rotenburg

Raketenstart in Rotenburg

Shimon Peres tot, Bilder aus dem Leben des Friedensnobelpreisträgers

Shimon Peres tot, Bilder aus dem Leben des Friedensnobelpreisträgers

Transporter der Zukunft: Mercedes Vision Van

Transporter der Zukunft: Mercedes Vision Van

Meistgelesene Artikel

Polizei warnt erneut vor Kettenbrief

Polizei warnt erneut vor Kettenbrief

Fahrer bei Unfall in Ganderkesee lebensgefährlich verletzt

Fahrer bei Unfall in Ganderkesee lebensgefährlich verletzt

Campingplatz-Katzen benötigen neues Zuhause

Campingplatz-Katzen benötigen neues Zuhause

Schröder zeigt, was Baugeräte können

Schröder zeigt, was Baugeräte können

Kommentare