Jubiläum der Einrichtung für straffällig gewordene Jugendliche

25 Jahre „Brücke“-Projekt: „Mehr Liebe, weniger Hiebe“

Krimonologe Christian Pfeiffer wurde von Joachim Musch, Sandra Schier („Brücke“) und Christian Wolf begrüßt. - Fotos: pp

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Seit 25 Jahren betreut das „Brücke“-Projekt Wildeshausen straffällig gewordene Jugendliche. Am Dienstag wurde das Jubiläum im Rathaussaal gefeiert. Der bekannte Kriminologe und Mitbegründer der „Brücke“-Bewegung Christian Pfeiffer hielt dazu vor Vertretern des Vereins sowie Gästen aus Politik und Verwaltung eine kurzweilige Festrede.

„Vor 25 Jahren waren wir noch stolz in die Jugenstilvilla Knagge einziehen zu dürfen“, sagte „Brücke“-Vorsitzende Joachim Musch in seiner Begrüßungsrede. „Heute sind wir stolz umzuziehen.“ Grund dafür sei, dass die Eigentümer die Villa verkommen ließen. Dabei sei die Wertschätzung von Eigentum ein zentrales Thema bei straffällig gewordenen Jugendlichen. Der Umgang mit dem Gebäude sei daher alles andere als vorbildhaft. Während sich die jugendlichen Straftäter um die Räumlichkeiten der Einrichtung kümmerten, würden die Besitzer der Villa in Wildeshausen das Gegenteil tun. 

„Eigentlich würde man denken, es sei umgekehrt,“ so Musch weiter. Ein weiteres Vorurteil sei, dass Polizei und Justiz zu lasch gegen jugendliche Straftäter vorgingen. Doch die Forderung nach mehr staatlicher Härte basiere nicht auf empirischen Ergebnissen. „Professor Pfeiffer hat diese Debatte mit teilweise streitbaren Forschungsergebnissen begleitet und damit auch die Mitarbeiter der Brücke inspiriert.“

Bürgermeister Jens Kuraschinski dankte in seinem Grußwort der Brücke für ihre „vielseitige und passgenaue Arbeit“. Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei gut und das Projekt habe vieles verändert. „Die Erfolge sind der Beleg für ihren außerordentlichen Einsatz“, schloss Kuraschinski.

Auch Christian Wolf, erster Kreisrat des Landkreises Oldenburg, dankte der „Brücke“: „Das Projekt hat direkten Einfluss auf junge Menschen und damit auf die Gesellschaft.“ Der präventive Ansatz, den die „Brücke“ verfolge, sei der Repression immer vorzuziehen. Wolf lobte die erfolgreiche Dreiecks-Kooperation der „Brücke“ mit der Stadt Wildeshausen und dem Landkreis. „Durch Sie bekommen die Jugendlichen eine echte Chance.“

Der Kriminologe und ehemalige niedersächsische Justizminister Christian Pfeiffer lobte die kreative Arbeit der „Brücke“ Delmenhorst und Wildeshausen: „Die Fahrradgruppe ist eine geniale Idee“, so Pfeiffer. Damit würde sinnvolle Arbeit mit dem Drang zu basteln verbunden. Auch das Engagement gegen Cybermobbing hob er hervor, denn diese Form der Belästigung bedeute „eine drastische Steigerung des Leidens der Opfer“. 

Der konstruktive Ansatz der Bewegung habe sich durchgesetzt. Dies zahle sich aus: Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sinke die Jugendkriminalität. „Der entscheidene Faktor ist mehr Liebe, weniger Hiebe“, so Pfeiffer. Schließlich dankten der Lions-Club und die Rotarier dem Projekt mit einer Geldspende.

Mehr zum Thema:

OSZE-Ministertreffen in Hamburg geht zu Ende

OSZE-Ministertreffen in Hamburg geht zu Ende

Die richtigen Sportkopfhörer finden

Die richtigen Sportkopfhörer finden

Hochwertige Audio-Anlage im Auto nachrüsten

Hochwertige Audio-Anlage im Auto nachrüsten

Dardais Überraschungsteam

Dardais Überraschungsteam

Meistgelesene Artikel

Verstärkung für das Frauenarzt-Team im Johanneum

Verstärkung für das Frauenarzt-Team im Johanneum

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Angeblich Zugführer mit Waffe bedroht - Bahnverkehr eingestellt

Angeblich Zugführer mit Waffe bedroht - Bahnverkehr eingestellt

Kommentare