Der Sommer gibt ein Gastspiel: Ein Besuch im Wildeshauser Krandelbad

Hitze lockt ins Wasser: „Viel besser als in Vechta!“

Gegen Mittag war der Besuch im Wildeshauser Krandelbad eher nmopch etwas verhalten. - Fotos: Petzold

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Trotz Temperaturen an die 30 Grad Celsius steht der große Ansturm im Wildeshauser Krandelbad noch aus. Etwa 300 Schwimmer und Sonnendurstige tummeln sich unter der Mittagssonne, verstreut in den klarblauen Becken und auf den Liegewiesen. Ein paar Mutige stürzen sich vom Sprungturm, Kleinkinder planschen – mit Schwimmflügeln gesichert – im Kinderpool. Im großen Becken ziehen Schwimmer ungestört ihre langen Bahnen.

„Vielleicht sind alle unterwegs und spielen Pokémon Go“, mutmaßt Aufseher Christopher Howaldt lächelnd. „Aber es ist ja auch noch früh. Zum Nachmittag kommen bestimmt einige“. Der bislang zurückhaltende Sommer habe sich stark auf den Freibadbetrieb ausgewirkt – das Geschäft sei mau gewesen. „Teilweise mussten wir das Wasser wegen des Wetters sogar auf 28 Grad aufheizen, jetzt sind wir wieder bei 26 Grad“, erklärt der 28-jährige Fachangestellte für Bäderbetriebe. In der Saison ist das Freibad jeden Tag geöffnet. Das Wasser ist immer angenehm temperiert. Geheizt wird kostengünstig und bequem per Fernwärme vom Klärwerk.

Die beiden elfjährigen Wasserratten Phil und Justin aus dem Landkreis Vechta freuen sich über den langersehnten Sommertag und viel Platz zum Planschen. „Wir waren schon ganz oft hier. Es gefällt uns viel besser als in Vechta. Da gibt’s nämlich keinen Sprungturm“, sagt Phil. „Außerdem sind hier alle sehr nett“, ergänzt er verschmitzt mit Blick auf Aufseherin Anna Rohner, die den beiden Jungs gerade einen riesigen Schwimmreifen aufpustet.

Die 22-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe. Für sie und ihre Kollegen war die Saison soweit ziemlich entspannt: „Es war ja nicht viel los. Deswegen hatten wir in diesem Jahr noch gar keine Probleme.“ 2015 lag der Besucherrekord bei 1 400 Badegästen an einem Tag. Bislang ist man davon noch weit entfernt. Momentan sei geplant, bis Mitte September zu öffnen. Sollte der Sommer doch noch an Fahrt aufnehmen, aber auch darüber hinaus.

Neben dem ungnädigen Wetter leidet das Krandelbad in diesem Jahr auch unter Vandalismus: Bereits zweimal drangen Unbekannte auf das Gelände. „Beim ersten Mal wurden 20 Kisten Cola geklaut. Beim zweiten Einbruch flogen drei Kühlschränke und die Kasse ins Becken. Die haben auch Kaffeepulver, Eis und Getränke ins Wasser geschmissen. Die Pommestüten wurden extra aufgerissen und ausgeleert“, ärgert sich der Imbissverkäufer. Das Bad musste daraufhin einige Tage schließen. „Aber sonst macht es großen Spaß, hier zu arbeiten. Besonders mit den Kindern ist es immer sehr lustig“, ergänzt er.

Mittlerweile hat die Polizei einen Schlüssel für das Bad und kontrolliert dort regelmäßig. „Auch wenn es mal Probleme gibt, ist das ein toller Job. Viel besser als im Büro zu sitzen. Man ist draußen, hat Kontakt mit den Besuchern und wird sogar noch braun“, freut sich Howaldt.

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