Familienpartei schreibt Brief an den Bürgermeister

Bobbycar am Twistringer Weg: Hilfsangebot aus Brüssel

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Will am Twistringer Weg eine schnelle Lösung im Sinn der Kinder und baut dabei auf „Berliner Kissen“: Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei. 

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Ungewöhnliche und unverhoffte Unterstützung aus dem Brüsseler Europaparlament bekommen die Anwohner am Twistringer Weg in Wildeshausen in der Auseinandersetzung um ein am Straßenrand abgestelltes Bobbycar. Informiert durch eine Bürgeranfrage hat der Europaabgeordnete Arne Gericke (Familien-Partei) einen Brief an Bürgermeister Jens Kuraschinski geschrieben.

Darin bittet er darum, „konstruktive Lösungen im Sinne der Kinder zu suchen, bevor etwas Schlimmeres passiert“. Seine Idee: Tempo-30-Zone im gesamten Bereich, mehr Geschwindigkeitskontrollen und der Einbau kostengünstiger „Berliner Kissen“ zur „effektiven Abbremsung der Raser“. Klappe das nicht, solle die Stadt „das Bobbycar als eine Art Mahnmal dulden“, so Gericke.

Wie berichtet, gibt es eine schriftliche Aufforderung der Stadt, das Spielzeugauto zu entfernen, weil es sich um eine unerlaubte Sondernutzung des Straßenraumes handelt. Stadt und Polizei befürchten, dass durch das Spielzeug Kinder angelockt werden und die Straße überqueren, ohne auf den Verkehr zu achten. Die Anwohner hingegen möchten auf der Strecke zum Kindergarten die Autofahrer dazu ermahnen, langsamer zu fahren.

Der Wildeshauser Fall ist für Gericke nicht der erste, in dem Bürger aus seinem „Wahlkreis Deutschland“ sich an ihn wenden: „Immer wieder schreiben mir besorgte Eltern in solchen Fällen – und oftmals findet sich bald eine bessere Lösung.“

„Man muss die Sorgen der Eltern ernst nehmen“

Auch im Bobbycar-Streit stellt Gericke sich an die Seite der betroffenen Familien: „Man muss die Sorgen der Eltern ernst nehmen und die Kinder schützen.“ Allein die Lage des Twistringer Weges und die Anbindung des Kindergartens ließen erahnen, wie hoch das Verkehrsaufkommen jenseits des normalen Anliegerverkehrs zu Stoßzeiten sei. Wenn schon die Zahl der Fahrzeuge nur schwer zu reduzieren sei, müsse es „gemeinsames Anliegen sein, die Raser unter ihnen auszubremsen“.

Da dies oftmals schnell und kostengünstig geschehen müsse, hat Gericke gute Erfahrungen mit dem Modell der „Berliner Kissen“ gemacht – eine der EU-weit beliebtesten Maßnahmen gegen rasende Fahrer: „Berliner Kissen aus Betonteilen oder Hartgummiprodukten lassen sich schnell und kostengünstig montieren, und ihre Wirkung ist bei überhöhter Geschwindigkeit im wahrsten Sinn des Wortes durchschlagend“, so Gericke. Zudem empfiehlt er im Schreiben an Kuraschinksi, eine Ausdehnung der 30er-Zone auf die gesamte Straße, elektronische Hinweisschilder gegen Raser und verstärkte Verkehrskontrollen: „Es geht da auch um die Sicherheit der Pusteblume-Kinder.“

Gemeinsam mit Carsten Krehl, stellvertretender Landesvorsitzender der Familien-Partei Niedersachsen, will Gericke zudem den direkten Kontakt zu den Familien suchen: „Die niedersächsische Kommunalgesetzgebung bietet viele Möglichkeiten, um Ziele, die einem am Herzen liegen, zu erreichen.“ Und, so Gericke, sollte sich wirklich keine passende Alternative bieten, „dann muss die Stadt ihre Anordnung wegen unerlaubter Sondernutzung zurücknehmen.“

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