Besitzer haben bei Verkauf keinen Zeitdruck / Buchhandlung weiter gewünscht

Häuser am Markt: Vielleicht bleibt alles, wie es ist

Die Besitzer des Hauses an der Burgstraße haben es nicht eilig mit einem Verkauf. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Gut möglich, dass die Wohn- und Geschäftshäuser am Markt 2 und Burgstraße 1 in Wildeshausen auch in den kommenden Jahren noch unverändert dort stehen und unter anderem eine Buchhandlung beherbergen werden. Die Drohung, dass die Besitzer die Stadt in Regress nehmen könnten, wenn dort keine neue Nutzung zugelassen wird, ist auf jeden Fall völlig aus der Luft gegriffen.

„Die Stadt muss die Immobilie nicht übernehmen“, sagt Albert Lewermann, einer der beiden Besitzer des Hauses am Marktplatz. Und schon gar nicht sei man daran interessiert, dass die Buchhandlung ausziehen müsse. „Das haben wir dem Besitzer aber auch gesagt“, so Lewermann. Außerdem würde man das einem Investor auch mit Nachdruck nahelegen.

Ohnehin betrachten die Brüder Albert Lewermann (Stade) und Wolfgang Lewermann (Hannover) die Aufregung um einen Abriss und Neubau der Häuser mit einiger Verwunderung. Die beiden bilden eine Erbengemeinschaft, die zwar irgendwann aufgelöst werden muss. Doch sie wollen weder gegen die Wildeshauser Interessen handeln, noch stehen sie unter Zeitdruck.

„Die Stadt ist mit dem Projektentwickler auf uns zugekommen“, berichtet Albert Lewermann. Man habe sich die Pläne angehört und dann zugestimmt, dass die Firma Hofschröer Standort- und Objekt-Marketing GmbH in Bremen ein Einzelhandelsprojekt mit einem attraktiven Hauptmieter entwickelt.

„Das heißt aber nicht, dass wir die jetzige Situation unbedingt verändern wollen“, so Albert Lewermann. Das Haus sei gut vermietet, man selbst habe dort noch eine möblierte Wohnung, die bei Besuchen in der Wittekindstadt genutzt werde. Ohnehin sind die Lewermanns der Stadt von Kindheit an verbunden. „Das ist unser Elternhaus“, sagen die beiden Besitzer. Die Immobilie sei 1914 gebaut und mehrmals umgebaut worden. Dort, wo die Buchhandlung liegt, war früher ein Stallgebäude. Das wurde von den Großeltern zu Wohnzwecken umgebaut. Später hatten Lewermanns einen Teil ihres Hauses abgegeben, um Zugang zum Gildeplatz zu ermöglichen. Das Nachbargebäude hält Albert Lewermann wegen seiner Fassade ebenso wenig für schützenswert wie sein eigenes. Er selbst fand den Entwurf des Architekten für eine neue Fassade sehr ansprechend und zeigt sich noch heute erstaunt darüber, dass es offenbar einige Wildeshauser gibt, die sich dagegen wehren.

Wie berichtet hat Tiemo Merle von Hofschröer seit Jahren versucht, attraktiven Einzelhandel für Wildeshausen zu finden. Die Residenz-Gruppe aus Bremen hatte angekündigt, die Finanzierung des neuen Wohn- und Geschäftshauses am Marktplatz zu übernehmen und lediglich die Wohnungen sowie die Gastronomie in Eigenregie zu vermarkten.

Nach Auskunft der Residenz-Gruppe ist die gut ein Jahr laufende Option zum Kauf der Immobilien bereits Ende August ausgelaufen. Das bestätigt auch Albert Lewermann. Man habe nun die Möglichkeit, auch andere Interessenten zum Zuge kommen zu lassen, sagte er. Allerdings: „Wir sind mit dem jetzigen Zustand einverstanden.“ Der Projektentwickler könne aber gerne weitere Angebote prüfen und natürlich vorlegen. Man sei weiter gesprächsbereit.

Von Dierk Rohdenburg

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