Wildeshauser holt sich mit Carmen Anica Wenzel den norddeutschen Meistertitel

„Golden Eye“: Wenn Sascha Oltmann „James Bond“ wird

Glücklich: Carmen Anica Wenzel und Sascha Oltmann.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. So wirklich hatten sie nach ihrer längeren Pause nicht mit dem Titel gerechnet. Umso größer war nach dem Discofox-Turnier in Jeddeloh die Freude bei Sascha Oltmann, Inhaber des Wildeshauser Tanz-Zentrums (WiTZ), und seiner Tanzpartnerin Carmen Anica Wenzel – sie hatten sich den Titel des Norddeutschen Meisters geholt. Ihre Kür „James Bond“ hatten sie nach dem Song „Golden Eye“ getanzt.

„Das war schon ein hartes Stück Arbeit“, sagt Oltmann, der mit seinen 46 Jahren zweifelsohne nicht mehr zur jungen Garde gehört: „Die Luft wird oben wahrlich immer dünner. Junge und vor allem gute Leute rücken nach.“ Das letzte Turnier hatten die beiden im August vergangenen Jahres getanzt, um den Status „S“ (höchste Klasse) behalten zu können.

„Danach war nichts mehr mit tanzen, Anica war schwanger und musste aussetzen“, erzählt Oltmann. Er habe auch nicht damit gerechnet, dass sie so schnell wieder an den Start gehen können: „Im Februar hat sie ihr Kind bekommen, und wenig später haben wir tatsächlich das Training wieder aufgenommen.“ Schnell sei die Entscheidung gefallen, eine „James Bond“-Kür einzustudieren: „Das war wirklich echt hartes Training, wir haben uns nichts geschenkt. Immerhin wollten wir ganz vorne mitmischen.“

Das Turnier am Wochenende habe gezeigt, dass sich die Mühe gelohnt hat. „Wir haben in der Vorrunde nach einem Stück mittleren Tempos getanzt. Im Finale gab es Slow- und Quick-Runde sowie eben die Kür“, erklärt Oltmann. Bei den ersten beiden Durchgängen wüssten die Paare nicht, welche Musik gespielt werde: „Bei der Kür sind die Paare dann einzeln auf der Tanzfläche und tanzen nach ihrer Musik.“ Die Freude und der Jubel unter den mitgereisten Freunden sei bei der Siegerehrung sehr groß gewesen: „Es hat aber auch wirklich alles gepasst, wir sind überglücklich.“ Jetzt hätten beide wieder richtig Blut geleckt und strebten die deutsche Meisterschaft im Dezember an: „Die fehlt mir nämlich noch.“

Bereits seit seinem neunten Lebensjahr tanzt der Wildeshauser. Sein erstes Rock ’n’ Roll-Turnier habe er im Jahr 1985 in Leer in der Schülerklasse absolviert. „Mein Tanzlehrer wollte mich ursprünglich gar nicht antreten lassen, weil ich angeblich zu faul gewesen bin. Als ich das Turnier aber gewonnen hatte, hat er große Augen gemacht“, erinnert sich Oltmann. Rund zehn Jahre habe er sich mit Rock 'n' Roll beschäftigt, habe sogar den Titel des norddeutschen Meisters errungen: „Eine Zeit lang war ich dann in Standardtänzen unterwegs. Das war aber nicht so der Brüller, immer mit Anzug und Schlips anzutreten. Somit bin ich in eine Latein-Formation gegangen.“

Mit dem Discofox hat er 1995 mit Tanzpartnerin Sandra Sodogé begonnen. „2002 haben wir während der Rock 'n' Roll-Weltmeisterschaft mit der Formation noch den vierten Platz belegt. Vizemeister wurden wir während der deutschen Discofox-Meisterschaft.“ Dann sei Sandra verzogen und er habe keine Tanzpartnerin mehr gehabt.

„Eigentlich hatte ich ans Aufhören gedacht, weil ich schon 33 Jahr alt war. Dann hat Anica im WiTZ den Kindertanz übernommen, und wir haben mit dem Training begonnen.“ Gut ein Jahr hätten sie hart trainiert, um ab 2005 mit dem Discofox-Turniertanz zu beginnen: „Schon im ersten Jahr haben wir rund zehn Turniere getanzt. Schlechter als der zweite Platz war keines.“ Genau das belegt auch der Blick in sein Startbuch. Insgesamt waren sie sieben Mal norddeutscher Meister, viermal deutscher Vizemeister und einmal Vierte bei den Weltmeiterschaften, bei denen sie mehrmals im Finale standen, um nur einige der Erfolge zu nennen.

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