Freiwilligenessen der Agentur „mischMIT!“

Finanzielle Unterstützung aus Harpstedt und Dötlingen?

Rund 40 Ehrenamtliche und Einrichtungsvertreter genossen das Essen der Freiwilligenagentur „mischMIT!“. Für siegab es auch einige wichtige Informationen. - Foto: Nosthoff

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Mit dem „Freiwilligenessen“ bedankt sich die Wildeshauser Freiwilligenagentur „mischMIT!“ einmal im Jahr bei all ihren Mitstreitern. Rund 40 Ehrenamtliche sowie Vertreter der Einrichtungen, mit denen „mischMIT!“ kooperiert, waren am Mittwochabend der Einladung in die BBS-Lehrküche gefolgt. Bereits im vierten Jahr durfte sich die seit Mitte dieses Jahres nun zertifizierte Agentur unter der Leitung von Thorben Kienert über die Zwiebelkuchen-Spende vom Wildeshauser Raststättenbetreiber Hans Christian Vogelsang freuen.

Der „mischMIT!-Vorsitzende Dieter Brüggmann begrüßte die Gäste. Darunter befanden sich seit längerem tätige Ehrenamtliche ebenso wie neue Freiwillige und auch Vertreter von Einrichtungen wie dem DRK-Mehrgenerationenhaus, der Diakonie Himmelsthür, dem Alexanderstift oder der Hunteschule. Die Agentur betreut mittlerweile insgesamt 291 Ehrenamtliche, informierte Brüggmann. „35 davon kommen aus Harpstedt, 36 aus Dötlingen, 199 aus Wildeshausen und der Rest aus weiteren Nachbarorten“, so der Vorsitzende.

Brüggmann warb dafür, dass angesichts der Zahlen auch die Gemeinden Harpstedt und Dötlingen „mischMIT!“ finanziell unterstützen könnten, wie es die Stadt Wildeshausen bereits tut. Eng sei die Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Kreisstadt. Dennoch sei „mischMIT!“ ein eigenständiger und gemeinnütziger Verein.

Weiterhin warb Brüggmann auch dafür, Mitglied im Verein zu werden: „Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Wer möchte, kann einen freiwilligen Beitrag zahlen.“ Wichtig sei, dass der Verein von vielen Mitgliedern getragen werde, um beispielsweise gegenüber Verwaltung und Sponsoren eine starke Zahl präsentieren zu können. Aktuell habe der Verein 35 Mitglieder.

Das Essen in dem gemütlichen Ambiente, für das am Vormittag die BBS-Schüler mit der Vorbereitung der raffinierten herbstlichen Tischdekoration gesorgt hatten, ließen sich im Anschluss an die Begrüßung alle schmecken. Ganz nebenbei wurde natürlich auch der Austausch unter den Ehrenamtlichen in ungezwungener Atmosphäre gefördert.

Paten werden dringend gesucht

Für das Ehepaar Persikowski war es das erste Freiwilligenessen. Im April hatten die Wildeshauser Kontakt zu „mischMIT!“ aufgenommen und sich als Paten für eine Flüchtlingsfamilie vermitteln lassen. Seither betreuen Elke und Wolfram Persikowski eine Großfamilie aus dem Nordirak: Ein Elternpaar mit zwei kleinen Kindern sowie mit zwei jugendlichen Mitreisenden.

„Alle reden ständig über Flüchtlinge. Uns war es wichtig, hautnah zu erfahren, was da auf uns zukommt – und zu helfen“, erklärte Wolfram Persikowski. Der Mutter und dem Vater konnten Persikowskis bereits Sprachkurse vermitteln. „Der eine geht vormittags, der andere nachmittags zum Unterricht, sodass immer jemand für die Kinder da sein kann“, erzählte Elke Persikowski. Als Dolmetscher fungiere jedoch hauptsächlich der 15-Jährige, der mittlerweile die Realschule besuche und dort Deutsch gelernt hat.

Ganz besonders freut es die Wildeshauser, dass der Jugendliche nun mit Begeisterung für den VfL Wittekind Fußball spielt. „Uns ist es natürlich wichtig, die Menschen hier auch zu integrieren. Aber eins ist klar: Man kann ihnen nicht einfach etwas überstülpen“, so Elke Persikowski.

Thorben Kienert betonte in dem Zusammenhang, dass dringend noch weitere Paten für Flüchtlinge gesucht werden. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte sollte sich bei der Agentur melden. Brüggmann hatte außerdem noch einige wichtige Ankündigungen für alle Ehrenamtlichen und Interessierten parat: Mit einem Waffel-, Kaffee- und Infostand ist „mischMIT!“ am Sonntag, 6. November, auf dem Gänsemarkt in der Kreisstadt vertreten. „Und unser fünfjähriges Bestehen im kommenden Jahr werden wir auf jeden Fall auf besondere Weise feiern, da lessen wir uns was einfallen“, verriet er bereits.

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