18 Menschen leben in dezentraler Wohneinheit an der Kleinen Straße

Erste WG der Himmelsthür feiert fünfjähriges Bestehen

Im Innenhof empfingen ein buntes Schild und ein verlockender Duft vom Grill die Gäste: Für das Gruppenfoto stellten sich die WG-Bewohner mit Mitarbeitern, Angehörigen, Freunden und Nachbarn draußen auf. - Foto: Nosthoff

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. 18 Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf haben an der Kleinen Straße 4 in Wildeshausen ein Zuhause gefunden. Vor fünf Jahren startete dort die Himmelsthür-WG und damit das erste dezentrale Wohnungsprojekt der Diakonie Himmelsthür in der Kreisstadt.

Am Sonnabend feierten die Bewohner mit Verwandten, Freunden und Nachbarn ihr fünfjähriges Bestehen. „Wir sind ein lebendiges Haus, in dem immer viel los ist und in dem viel gelacht wird“, beschrieb Wohnbereichsleiterin Kim Kristin Janßen die WG während der Feier. Die Bewohner genießen das abwechslungsreiche Leben mitten in der Wildeshauser Innenstadt. 

Insgesamt sind mittlerweile rund 100 Personen in kleinen, dezentralen Wohnangeboten in Wildeshausen, Sandkrug und Delmenhorst untergebracht. In der kreisfreien Stadt soll das Angebot in den kommenden Monaten um zwei Häuser erweitert werden (wir berichteten).

Doch zurück an die Kleine Straße. Gemeinsam mit den Betreuern der Wohngemeinschaft richteten die Bewohner ein Grillfest mit selbst gemachten Salaten, einer kleinen Disko und anschließendem Kuchenessen aus. Dafür wurden der kleine Innenhof und der Mehrzweckraum genutzt. „Wir haben zusammen für unser Fest eingekauft und das Essen vorbereitet“, erzählte Marion Ellerbrock, eine der sechs Bewohnerinnen der ersten Stunde.

Die Gründungsmitglieder der WG erhielten im Rahmen der Feierlichkeiten eigens eine Urkunde für ihre fünfjährige Zeit in der Wohnung. „Ich fühle mich wohl, ich habe mich hier gut eingelebt“, sagte Ellerbrock. „Mitten in der Stadt zu wohnen, finde ich richtig gut. Ich kann zu Fuß zur Bank kommen und habe es auch nicht weit, wenn ich mal einkaufen gehen möchte“, berichtete sie.

Ellerbrock ist Vorsitzende des Bewohnerrates der Diakonie Himmelsthür. Der Rat, der die Interessen der Bewohner vertritt, besteht aus neun Personen. Sechs davon wohnen mittlerweile an der Kleinen Straße. „Die Ratsmitglieder halten natürlich auch alle engen Kontakt zu den insgesamt 270 Bewohnern, die auf dem Zentralgelände in Wildeshausen leben“, erklärte Wohnbereichsleiterin Janßen. Jedes Ratsmitglied betreut dort ein Haus und nimmt an dessen Zusammenkünften teil.

Viele WG-Mitglieder aus der Kleinen Straße engagieren sich außerdem ehrenamtlich bei einem inklusiven Naturschutz-Projekt, das Anfang des Jahres in Kooperation mit der Freiwilligenagentur „mischMit“, dem Tagungshaus „Mikado“ in Prinzhöfte sowie dem Verein für ganzheitliches Lernen ins Leben gerufen wurde. „Dabei werden zum Beispiel Insektenhotels und Nistkästen hergestellt“, berichtete Janßen.

In der Stadt und in der Nachbarschaft sind die WG-Mitglieder ebenfalls gut angekommen und haben im Laufe der Zeit bereits viele Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen. Auch untereinander pflegen sie den Kontakt bei Geburtstagsfeiern in der WG oder bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung. „Viele Bewohner aus der Kleinen Straße haben an unserem Kurs im Wildeshauser Tanzzentrum in Zwischenbrücken teilgenommen“, berichtete Barbara Wündisch-Konz, zuständig für das Freiwilligenmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit bei der Diakonie Himmelsthür.

In Kürze startet dort ein Fortgeschrittenenkurs für Diakonie-Kunden. Die WG-Mitglieder nutzten die Disko während der Jubiläumsfeier, um sich dafür schon mal „einzutanzen“. Als DJ fungierte ein Bewohner, der dazu seine eigene Anlage aufgebaut hatte.

Ein Höhepunkt des Jahres ist die WG-Freizeit. In diesem Jahr geht es im Oktober nach Rügen, wie Janßen informierte. Zwölf WGler aus der Kleinen Straße haben sich für die Fahrt angemeldet.

Gleichzeitig fiebert WG-Mitglied Uwe von Hollen mit Begeisterung einer neuen beruflichen Herausforderung entgegen. „Ich fange bald mein vierwöchiges Praktikum bei der Stadt an“, erklärte von Hollen stolz. Denn die hatte bei den „proWerkstätten“ nach einem Mitarbeiter gefragt, der in der Stadtverwaltung bei der Verrichtung von Hausmeisterdiensten unterstützen könne.

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