40 Hektar könnten neu genutzt werden / Finanzierung der Konversion bis 2023

Diakonie wünscht sich Perspektive für Zentralgelände

Inmitten eines großen Waldgebietes liegen die Gebäude der Diakonie Himmelsthür. - Foto: Google Earth

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Rund 40 Hektar groß ist das Gelände der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen. Weite Teile des Areals sind Waldflächen, doch mit dem Auszug vieler Bewohner aus den betagten Gebäuden der ehemaligen Lungenheilanstalt gibt es ganz neue Perspektiven für die Stadtentwicklung. Bis zum Jahr 2023 müssen für den Bereich konkrete Pläne entwickelt werden, denn bis dahin werden die Zuwendungsgeber der Diakonie ihre Zahlungen für die Konversion einstellen.

Konversion heißt Umnutzung und/oder Umwandlung und bedeutet, dass viele Menschen mit Assistenzbedarf in Zukunft in neuen, modernen Wohneinheiten mitten in der Gesellschaft leben können. Dementsprechend haben bereits 120 der rund 400 Bewohner das Zentralgelände an der Dr.-Klingenberg-Straße verlassen. Weitere werden in den kommenden Jahren folgen, denn unter anderem unterstützt von der Aktion Mensch baut die Diakonie in der Region neue Wohnprojekte auf.

Doch es sollen einige der behinderten Menschen auf dem Zentralgelände bleiben, da dezentrale Wohnprojekte nicht für alle gleichermaßen geeignet sind. So kündigte Geschäftsführer Jörg Arendt-Uhde im Rahmen des Freundesmahles an, dass die Gebäude „Herzogin Elisabeth“ und „Waldfrieden“ sowie zwei Einfamilienhäuser auf dem Gelände weiter zum Wohnen genutzt werden.

„Doch auf dem Kerngelände haben wir zunehmend Leerstand“, so Arendt-Uhde vor Kurzem in einer Runde der Behörden- und Einrichtungsleiter. Das „Haus Ammerland“ bleibe auf jeden Fall bestehen und könne auch von anderen Interessierten genutzt werden, während energetisch veraltete Gebäude abgerissen werden würden.

Zwar lässt sich die Diakonie mit ihrer Konversion nun mehr Zeit und geht das Projekt gelassener an, als ursprünglich geplant, dennoch ist klar, dass bis zum Jahr 2023 die letzte Rechnung für neue Wohnprojekte gestellt und bezahlt sein muss. Für die Diakonie ist es deshalb als Besitzer der Fläche wichtig, zu wissen, was danach geschehen soll. Denn ohne eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt kann auf dem Gelände gar nichts passieren, weil es dort keinen Bebauungsplan gibt, an dem man sich orientieren könnte.

Bislang hat die Wildeshauser Politik es abgelehnt, in konkrete Planungen einzusteigen, da beispielsweise eine Wohnbebauung in dem Bereich eine Konkurrenzsituation zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme darstellen würde.

Nun hofft Arendt-Uhde, in den kommenden Jahren mit dem neuen Stadtrat ins Gespräch zu kommen. „Ich wünsche mir, dass wir das Thema in den Beratungen zu Wildeshausen 2030 verorten können“, sagt der Geschäftsführer. Am Donnerstagabend beriet die Projektgruppe im Rathaus über die weitere Entwicklung Wildeshausens. Letztendlich muss jedoch der Stadtrat das Signal geben, entweder neue Ideen für das Diakoniegelände zulassen zu wollen oder zunächst alles so zu belassen, wie es ist. Die letztere Alternative würde der Himmelsthür allerdings bald Probleme bereiten, da sie dann über ein riesiges Gelände verfügt, das zunächst keine Perspektiven bietet und Kosten verursacht.

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