Kurs für mehr Mobilität

Fahrradtraining für Flüchtlinge in Wildeshausen

In der Fahrradwerkstatt des Wildeshauser Jugenzentrums gibt es jede Menge zu tun. Auch Sefian Suleiman ist dabei, wenn es heißt, die Drahtesel wieder auf Vordermann zu bringen. - Fotos: Beumelburg

Wildeshausen - Von Jörg Beumelburg. Für mehr Mobilität der Flüchtlinge in Wildeshausen zumindest mit dem Fahrrad zu sorgen, das haben sich die Initiativgruppe „Willkommen in Wildeshausen“ und das Jugendzentrum „Jott-Zett“ ganz besonders auf die Fahne geschrieben. Schon morgen können 17 Frauen im Alter von 18plus aus Afghanistan, dem Irak sowie aus Syrien ihr Fahrradtraining abschließen.

Seit dem 14. September werden sie von den Mitarbeitern des Jugendzentrums, Sefian Suleiman, Sebastian Twele und Jannes Logemann, in Theorie und Praxis in Kooperation mit Sabine Müller und weiteren Helferinnen von der Gruppe „Willkommen in Wildeshausen“ eingewiesen. „Anfangs bekamen wir auch noch die Unterstützung von der Polizei, die uns bei dieser Aktion unterstützt hat“, sagte Suleiman. In arabischer und kurdischer Sprache gebe er Anweisungen und erkläre den Frauen, die noch nie Fahrrad gefahren sind und es aus ihrem Land auch nicht kennen, worauf es ankommt.

„Am Anfang sind sie sogar mit langen Kleidern und Gewändern gekommen“, betonte Sabine Müller. Im Fokus des Unterrichts stehe dabei vor allem sicheres Fahren und das Erlernen komplexer Fertigkeiten sowie Fähigkeiten für den öffentlichen Straßenverkehr.

Zunächst wurden dafür die Drahtesel von der Fahrradwerkstatt des Jugendzentrums leihweise zur Verfügung gestellt, später haben sie die Frauen selbst eines gekauft. 43 Fahrräder stehen im „Jott-Zett“ parat. Und für einen kleinen Kostenbeitrag von 20 Euro können sie erworben werden. Dabei handelt es sich um Spenden aus der Bevölkerung, die in der hauseigenen Werkstatt ehrenamtlich von Hartwig van Düllen und weiteren Helfern durchgecheckt sowie gegebenenfalls repariert werden. „Vor allem muss das Rad fahrtauglich und sicher sein. Denn gerade in der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, dass auch das Licht funktioniert“, führte Suleiman weiter aus. Zum Lernpaket gehörten ebenso die wichtigsten Kenntnisse in erster Hilfe. Zudem wird den Teilnehmern vermittelt, wie sie einen Notruf absetzen können.

Die Frauen erlernen das Fahrradfahren ohne ihre Männer, die bereits im ersten Kursus im April eingewiesen wurden. „Sie wollen eben unter sich bleiben“, erklärte Suleiman. Jeweils montags und donnerstags werde auf dem Gelände der Holbeinschule zwei Stunden intensiv geübt. Morgen wird der erste Kurs für die Frauen abgeschlossen. Doch ein weiterer steht in Kürze an. Für diesen gibt es bereits einige Anmeldungen. Sabine Müller wies nochmals ausdrücklich darauf hin, dass weiterhin Fahrräder benötigt werden: „In erster Linie brauchen wir Damenräder. Vielleicht gibt es ja noch einige Bürger, die einen Drahesel in der Garage haben, der nicht mehr genutzt wird, aber dennoch brauchbar ist.“ Die Spenden können im Jugendzentrum abgegeben werden.

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