Unternehmer melden sich vor der Wahl zu Wort

„Brauchen dringend Industrieflächen“

Vor der Firma Grashorn und mit dem Maulwurf „Willi“ mahnen die Unternehmer neue Flächen für Industrie gebiete an. - Foto: dr

Wildeshausen - Der Maulwurf „Willi“ ist nach langer Ruhezeit wieder aufgetaucht, und erstmalig gibt es sogar ein zustimmendes Statement des Bürgermeisters zu der Aktion, die sich diesmal unter dem Motto „Wildeshausen braucht Gewerbe – Gewerbe braucht Fläche“ um fehlende Entwicklungsmöglichkeiten für Wildeshauser Betriebe dreht. Vor der Firma Grashorn an der Bargloyer Straße wurden nicht nur die Vertreter der Firmen Grashorn, Nordmann, Kreienkamp und Burmeister sehr deutlich, auch die Mittelstandsvereinigung (MIT) sowie der Handels- und Gewerbeverein Wildeshausen mahnen mit allem Nachdruck und vor der Kommunalwahl an, dass in der Kreisstadt dringend Industrieflächen benötigt werden.

Allein die vier genannten Betriebe haben aktuell den Bedarf von 14 Hektar, der derzeit nicht befriedigt werden kann. Dabei setzen die Beteiligten keine Priorität zwischen den derzeit in der Diskussion stehenden interkommunalen Gewerbegebieten Hockensberg und Wildeshausen-West. „Wir benötigen beide, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Es ist wichtig, dass sich in unmittelbarer Nähe ein Autobahnanschluss befindet“, betont MIT-Vorsitzender Ingo Hermes.

„Es muss endlich losgehen“, fordert Torsten Koschnitzke, Pressesprecher der MIT. Es könne einfach nicht angehen, dass politische Gruppen in Wildeshausen behaupten würden, dass es keinen Bedarf an Industrieflächen gebe. Und Volker Pickart (MIT) weist darauf hin, dass die Flächen, auf denen jetzt Unternehmen in der Innenstadt tätig sind, bei einem Wegzug als Wohnbauareale ausgewiesen werden können.

„Wenn ich eine geeignete Fläche finde, bin ich weg“, kündigte Walter Kreienborg an, der schon vor Jahren vergeblich in Ahlhorn unterkommen wollte und dringend Platz für seine Hähnchenschlachterei benötigt.

Die Unternehmer verweisen darauf, dass Nachbargemeinden viel schneller aktiv geworden sind. „Da zeigt uns Visbek einmal mehr, wie es geht. Die planen und realisieren ein neues Gewerbegebiet, profitieren von den zusätzlichen Steuern und schicken den Verkehr über Wildeshausen zur Autobahn. Gut gemacht, könnte man den Visbekern da eigentlich nur zurufen“, erklären die Maulwurf-Aktivisten in ihrer Mitteilung. Es sei aber eine große Gefahr für die Kreisstadt, wenn ihr noch mehr Unternehmen als bisher den Rücken kehren und aktuell existierende sowie verplante Steuereinnahmen zukünftig entfallen.

Für die Stadt berichtete Wirtschaftsförderer Claus Marx, dass man in intensiven Gesprächen mit den Nachbarkommunen über ein interkommunales Gewerbegebiet sei.

Auch Bürgermeister Jens Kuraschinski betont: „Ich stimme der Aktion der Initiative Willi wühlt, was das mangelnde Industriegebietsflächenangebot in Wildeshausen betrifft, voll und ganz zu. Wir benötigen erschlossene Flächen für ortsansässige Unternehmen, die sich verändern oder expandieren wollen und für Unternehmen, die sich in Wildeshausen ansiedeln wollen. Es gibt ein großes Interesse von Unternehmen, dem wir zurzeit wegen Mangels an Flächen nicht nachkommen können.“ - dr

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