Neue Schilder an den Bürotüren im Stadthaus 

„Borgermester“ Kuraschinski snackt ok platt

Margret Westphale, Friedrich Ahlers und Jens Kuraschinski (v.l.) mit dem neuen Schild vor dem Stadthaus. - Foto: dr

Wildeshausen - Wenn der Bürger zum „Borgermester“ von Wildeshausen möchte, erfährt er bereits an der Tür, dass die Sekretärin Magret Westphale plattdeutsch versteht aber nicht spricht, und dass Bürgermeister Jens Kuraschinski auch „op Platt snacken“ kann. Etwa 40 von 60 Büros im Stadthaus haben ähnliche Aufkleber unter dem Namensschild der Sachbearbeiter.

Die Idee dazu kam von Friedrich Ahlers, der seit etwa einem Jahr Plattdeutschbeauftragter der Stadt Wildeshausen ist. Anfang des Jahres war Ahlers bei Kuraschinski vorstellig geworden und stieß gleich auf Wohlwollen mit seiner Initiative. „Eine schöne Sache“, so der Bürgermeister, der zwar nie richtig platt gelernt hat, aber in Bargloy aufwuchs und so ganz nebenbei einiges aufschnappte. Mittlerweile spricht er fließend niederdeutsch und hat die Erfahrung gemacht, dass das Plattdeutsche manchmal Tür und Tor öffnet. „Das ist ja nicht immer so leicht, wenn Amtspersonen kommen“, sagt Kuraschinski, der auch davon berichten kann, dass manche Gespräche ganz normal im Hochdeutschen beginnen und im Niederdeutschen beendet werden.

Der Bürgermeister erhofft sich durch die neuen Schilder auch einen anderen Zugang der Bürger zu den Kollegen. Nicht alle Verwaltungsmitarbeiter hätten sich zur Aktion bereit erklärt, doch immerhin könnte man nun an vielen Türen im Stadthaus gleich erfahren, ob platt ge-snackt werden kann.

Wenn es nach Ahlers geht, soll das erst der Anfang sein. Schon vor geraumer Zeit hatte er vorgeschlagen, die Ortseingangs- und ausgangsschilder mit plattdeutschen Zusätzen zu versehen. „In manchen Orten geht das“, erklärte er. Beispielsweise bei Wildeshausen oder Holzhausen. Bargloy oder Lüerte seien dafür aber weniger geeignet. In Ganderkesee stehe zum Beispiel unter dem Namen Bergedorf „Bastrup“.

„Die Idee finde ich gut“, so Kuraschinski. „Vielleicht gibt es dafür ja irgendwann mal Fördermittel.“

Im Kreishaus befinden sich an der Tür übrigens ähnliche Schilder, über die der Besucher erfahren kann, ob im dahinter befindlichen Büro platt gesprochen wird. Und in der nächsten Ratssitzung am 27. Oktober wird Kuraschinski einen Tagesordnungspunkt auf Plattdeutsch aufrufen. Das passiert in Wildeshausen einmal jährlich auf Inititiative von Ratsherr Günter Lübke. - dr

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