Keilerei vor der Fun Factory

Bewährungsstrafe für Schwitzkasten und Faustschlag

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Wildeshausen - Erst stritt er sich mit seiner Freundin, dann trank er etwa anderthalb Flaschen Whiskey sowie zehn bis 15 Gläser beziehungsweise Dosen Bier, und am Ende klickten die Handschellen der Polizei: Alles andere als ein gelungener Tag für einen 33-jährigen Wildeshauser, der am Mittwoch vom Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde.

Es ging um einen Vorfall vom September vergangenen Jahres. Der 33-Jährige und sein wegen der Körperverletzung mit angeklagter und auch verurteilter 26-jähriger Kumpel aus Oldenburg haben nach der Überzeugung der Amtsrichterin nachts gegen 3 Uhr einen 23-jährigen Rasteder am Imbiss-Stand auf dem Parkplatz der Fun Factory in Wildeshausen angegriffen. Der 26-Jährige soll den 23-Jährigen in den Schwitzkasten genommen haben, woraufhin der 33-Jährige dem Opfer einen Schlag ins Gesicht verpasste. Dieses erlitt einen Nasenbeinbruch. Die beiden Angeklagten sind etwa 1,85 Meter groß und von kräftiger Statur, während der Rasteder ein gutes Stück kleiner ist.

Problematisch wurde die Wahrheitsfindung, weil die drei Beteiligten und ein Zeuge unter Alkoholeinfluss standen. Der 33-Jährige erinnerte sich noch an die wüsten Beleidigungen gegen die Polizisten, die ihn festnahmen, und daran, dem 23-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Dieser habe ihn provoziert, in dem er ständig in seine Pommes gegriffen habe. An den Schwitzkasten erinnerte sich der Wildeshauser freilich nicht mehr.

Sein Kumpel gab vor Gericht an, die Auseinandersetzung gar nicht mitbekommen zu haben. In den Schwitzkasten habe er niemanden genommen. In der Tatnacht war der 26-Jährige noch deutlich besser informiert gewesen. Der Landwirt hatte damals gegenüber der Polizei erzählt, das Opfer habe sich am Imbissstand vorgedrängelt. „Daraufhin haben wir ihm eine Lektion erteilt. Das wird auf dem Land so gemacht.“ An den letzten Satz erinnerte er sich am Mittwoch wieder, das sei aber nur ein „blöder Spruch“ gewesen.

Das Opfer hatte noch größere Erinnerungslücken als die beiden Angeklagten. Vom Schwitzkasten und dem Schlag wusste der 23-Jährige noch. Das war es dann aber auch. Es sei möglich, dass er die beiden provoziert habe, sicher war er sich aber nicht. Einer seiner Freunde, der die Szene von der Tür der Fun Factory beobachtet haben will und als Zeuge aussagte, berichtete, er habe den Schwitzkasten, aber keinen Schlag gesehen. Auch an die Gesichter der Täter erinnerte er sich nicht mehr.

Die einfache Körperverletzung und die Beleidigungen waren unstrittig. Der Verteidiger zweifelte aber genau wie die Staatsanwältin den Schwitzkasten an.

Doch die Aussagen des Opfers und des Zeugen reichten der Richterin aus. Gerade weil beide nichts hinzugefügt hätten, um jemanden zu belasten, bewertete sie die Schilderungen als glaubhaft.

Der 33-Jährige bekam eine siebenmonatige Bewährungsstrafe und muss 1 000 Euro an das Opfer zahlen. Sein 26-jähriger Kumpel kam mit einer Geldstrafe von 2 700 Euro davon. Dabei bezog die Richterin die Alkoholisierung, aber auch die mehr als ein Dutzend Vorstrafen des 33-Jährigen mit ein. - bor

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