Beitragsfreiheit nun erst nach 50 Jahren

3581 Mitglieder in der Schützengilde

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Der offizielle Teil der Versammlung endete mit dem traditionellen „Absingen des Wildeshausen-Lieds“, das die Gildemitglieder voller Inbrunst intonierten.

Wildeshausen - Für den Schatzmeister der Wildeshauser Schützengilde Siegbert Schmidt war die Generalversammlung der Gilde ein Heimspiel. Da in der Widukind-Halle bis vor kurzem Flüchtlinge untergebracht waren, hatte er das Treffen in der neuen Halle der Firma Paul Schmidt ermöglicht. „Martin Posenauer hat zwei Tage lang geschwitzt, um die Halle entsprechend herzurichten“, lobte Schmidt den Gilde-Schaffer und seine Mitarbeiter.

Besonders angenehm war für die Besucher die Fußbodenheizung. „Wir hätten uns zwar nie träumen lassen, hier eine Gildeversammlung abzuhalten, aber den Einbau der Heizung haben wir schon mal richtig gemacht“, meinte Schmidt. An der Theke sorgte die Firma Kühling dafür, dass nach dem offiziellen Teil auch die Kehlen nicht mehr trocken bleiben mussten.

Bei so viel guter Stimmung muss Schmidt eine gewisse Vorschnelligkeit bei der Abstimmung zu Beiträgen für Totenlade und Gilde wohl verziehen werden. Regelmäßig lieferte er sich dabei kleine Sticheleien mit Gildegeneral und Bürgermeister Jens Kuraschinski, der jedes Mal dazwischen gehen musste: „He, das Abstimmen lassen ist doch mein Part!“, hieß es.

Die Totenlade zählt zurzeit 5835 Mitglieder (Vorjahr 5820). Auf Vorschlag des Schatzmeisters beschlossen die Mitglieder, die Beiträge konstant zu belassen. „Da das Sterbegeld jedoch langsam von 350 auf 500 Euro erhöht werden soll, sollten wir die Beiträge im nächsten Jahr etwas erhöhen“, kündigte Schmidt an. Zurzeit zahlen 18- bis 30-Jährige jährlich acht Euro, 31- bis 39-Jährige zehn Euro, 40- bis 49-Jährige 15 Euro, 50- bis 55-Jährige 20 Euro und 56- bis 65-Jährige 26 Euro.

Die Gilde, in der nur Männer Mitglieder werden können, zählt aktuell 3581 Mitglieder (Vorjahr 3555). Davon sind 432 beitragsfrei (über 65 Jahre alt und zusätzlich seit 40 Jahren in der Gilde). Auf Vorschlag des Schatzmeisters ließ Kuraschinski darüber abstimmen, die Beitragsfreiheit künftig erst nach 50-jähriger Mitgliedschaft, dafür aber unabhängig vom Alter zu gewähren und erlangte dafür eine große Mehrheit. Für diejenigen, die jetzt schon beitragsfrei sind, gilt noch die alte Regelung.

Schmidt legte auch die Bilanz vor. Die Gilde hat im vergangenen Jahr 261238 Euro eingenommen, wobei die Mitgliedsbeiträge mit 86081 Euro und die Einnahmen für Eintrittsgelder und Außenbewirtung beim Gildefest mit 45284 Euro zu Buche schlagen. 67500 Euro kommen aus der Verpachtung, mit 32298 Euro wird die Umsatzsteuer veranschlagt.

Die Ausgaben belaufen sich im Jahr 2015 auf insgesamt 237481 Euro. Der höchste Posten stellt dabei mit 28241 Euro die Bezahlung der Musik für Festzelt, Marktplatz und Rathaus dar. Trotz der umfangreichen Ausgaben erwirtschaftete die Gilde einen Überschuss von 11757,12 Euro (Vorjahr 11833,99 Euro).

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