Feierliche Einweihung: Neuer Hertford-Brunnen soll „freundschaftliche Verbindung“ der Städte unterstreichen

„Alten Schatz“ der „Pumpenstadt“ mit Leben erfüllt

Jens Kuraschinski, Jill Geall und Linda Radford (v.l.) überzeugten sich, dass der neue Hertford-Brunnen einwandfrei funktioniert. - Foto: Nosthoff

Wildeshausen - „Unser Wildeshausen war schon immer eine Pumpenstadt“, betonte Bürgermeister Jens Kuraschinski, als er am Dienstagabend an der Seite seiner Kollegin Linda Radford aus Wildeshausens englischer Partnerstadt Hertford sowie mit Jill Geall von den „Friends of Wildeshausen“ aus Hertford die feierliche Einweihung des neuen Hertford-Brunnens vor dem Westertor an der Einmündung zur Sögestraße vornahm.

„Wildeshausen hatte früher wie heute eine herausragende Stellung“, meinte Kuraschinski. Als „prähistorische Quadratmeile“ sei die Stadt wie keine andere in die Geschichtsbücher eingegangen. „Dort, wo Menschen siedelten, stand schon immer die Versorgung mit Frischwasser ganz oben auf der Agenda.“ Heute sei es selbstverständlich, den Wasserhahn zu öffnen, um an dieses wertvolle Gut zu kommen. „Das war nicht immer so“, erinnerte Kuraschinski. Neben Fließ- und Stehgewässern mussten Brunnenanlagen geschaffen werden. Im Jahre 1854 vermeldete der damalige Bürgermeister 17 öffentliche Privatbrunnen, die die Bevölkerung und die Landwirtschaft innerhalb der Stadtgrenzen mit Wasser versorgten.

Ab 1960 wurde eine zentrale Wasserversorgung in Wildeshausen aufgebaut. Bis in die 90er Jahre dauerte die Erschließung der Landgemeinde an.

Kuraschinski erwähnte auch die Pumpengemeinschaften, die die Anlagen kontrollierten. Das älteste Pumpenbuch ist auf das Jahr 1712 datiert und wurde bis 1920 fortgeführt.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass der Hertford-Brunnen vor 20 Jahren im Rahmen der Stadtsanierung als Einspeisestelle für den Wasserlauf in der Westerstraße einen besonderen Stellenwert erhielt. Nun wurde der Platz in achtwöchiger Arbeit barrierefrei und mit neuer Pumpe umgestaltet.

Vor zwei Jahren war die Anregung von Claus Muhle gekommen, an diesem Ort wie früher eine Pumpe zu neuem Leben zu erwecken. Früher hatte Muhles Großvater bei der Pumpe an der Neuen Straße nach dem Rechten gesehen. Nun sei dieser „alte Schatz“ wieder mit neuem Leben erfüllt. „Mich würde es besonders freuen, wenn wir hier eine neue Pumpengemeinschaft ins Leben rufen könnten“, so Kuraschinski.

Die erste Ideenskizze zur Umgestaltung hatte Muhle gefertigt, der auch Sponsoren für das Projekt gewann. Die Vorplanung des Brunnenplatzes übernahm Architekt Reinhard Reuter, die abschließende Planung und Umsetzung das Planungsbüro Palandt.

Anlässlich der Brunneneinweihung hatte die Sängerin und Schauspielerin Erika-Janna Petersen zuvor auf dem Marktplatz ein öffentliches Konzert gegeben und ihr Programm „Iduna, die Zirkusprinzessin“ präsentiert.

Vom historischen Rathaus aus marschierten die zahlreichen Gäste dann hinter dem Spielmannszug die Westerstraße entlang bis zur noch verhüllten Pumpe, die Kuraschinski, Radford und Geall in Gemeinschaftsarbeit „auspackten“ und mit vereinten Kräften schließlich das Kommando gaben: „Wasser marsch!“. - an

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