Verkaufsfläche soll vergrößert werden

Aldi plant Abriss und Neubau an der Harpstedter Straße

Der Aldi-Standort an der Harpstedter Straße entspricht nicht mehr dem Filialkonzept des Konzerns. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Während Aldi im Westen der Stadt noch um einen neuen Standort ringt, soll die Immobilie an der Harpstedter Straße in Wildeshausen zehn Jahre nach der Fertigstellung schon wieder einem Neubau weichen. So sehen es zumindest die Planungen des Discounters vor.

Der Markt wurde am 13. Oktober 2006 feierlich eröffnet. Wenige Jahre später kam nach langer Diskussion im Stadtrat über die zu genehmigende Verkaufsfläche zusätzlich ein Netto-Markt auf das Areal an der Harpstedter Straße.

„Wir haben das Thema damals noch anders bewertet“, sagt Longinus Flenker, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi Nord in Weyhe, mit Blick auf die Warenpräsentation des Unternehmens vor einem Jahrzehnt. Mittlerweile habe man ein neues Filialkonzept und werbe intensiv um breite Kundenschichten. Zum modernen Erscheinungsbild gehören eine Flachdachbauweise, Klinker, Betonlinsen, Fassadenplatten, eine Glasfassade, Oberlichter und viel Tageslicht im Laden. Dieser soll sich durch breitere Gänge, mehr Barrierefreiheit, niedrigere Regale und Übersichtlichkeit auszeichnen.

Die neuen Aldi-Märkte sollen Schaufenster bis auf den Boden bekommen und viel Licht in das Geschäft lassen. Auch der geplante Standort an der Harpstedter Straße in Wildeshausen erhält ein Flachdach und Fassadenplatten, wenn der Bau genehmigt wird. - Entwurf: Aldi

Keiner der beiden Märkte in Wildeshausen bietet annähernd das, was Aldi für die Zukunft an allen Standorten verwirklichen will. Mit dem Geschäft an der Dr.-Dürr-Straße ist Aldi schon lange nicht mehr zufrieden. Die Lage ist für den Discounter nicht optimal. Deshalb möchte er an den Westring umsiedeln und dort ein bereits erworbenes Grundstück bebauen, das ein Alleinstellungsmerkmal für Aldi bringen soll. Doch noch ist nicht klar, ob die Wünsche des Unternehmens jemals in Erfüllung gehen werden, weil der Bebauungsplan an der Stelle keine Einzelhandelsfläche ausweist.

Deutlich näher an einer Verwirklichung ist Aldi mit seinem Plan für die Harpstedter Straße. Schon vor einem Jahr hat der Rat der Stadt mehreren Unternehmen (Rewe, Netto und Aldi) zugestanden, die Verkaufsfläche vergrößern zu dürfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Fläche von Aldi an der Harpstedter Straße beträgt derzeit 800 Quadratmeter und gilt als nicht mehr zeitgemäß. Deshalb soll der Laden um 400 auf 1 200 Quadratmeter vergrößert werden.

Eine Erweiterung wäre für Aldi ohne eine Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes möglich. Allerdings ist der Zuschnitt der Immobilie nach Einschätzung von Flenker nicht ideal, um das Geschäft zu vergrößern. „Das Lager ist zu groß. So viel Platz benötigen wir nicht mehr“, stellt er fest. Man wolle zwar den Grundriss des Gebäudes weitgehend identisch lassen, es sei aber sinnvoll, die Immobilie neu zu planen. „Da sind ein Abriss und ein Neubau die bessere Lösung“, sagt Flenker.

Mit den Änderungsplänen muss sich schon bald der Bauausschuss beschäftigen. Die Beratung ist für den 1. Dezember vorgesehen. Flenker hofft auf Wohlwollen der Politik. „Wir wollen unsere Kunden halten und neue dazugewinnen“, gibt er als Devise aus. Ziel sei es, für die nächsten 20 Jahre zu planen.

Die gutachterliche Einschätzung vom Büro Lademann und Partner aus Hamburg befürwortet den Neubau. Dieser sei ähnlich zu bewerten wie ein Umbau, heißt es in dem Papier. Aldi plant, nach Möglichkeit schon im kommenden Jahr zu bauen. „Wir benötigen rund vier bis fünf Monate für Abriss und Errichtung“, so Flenker.

Das würde aber auch bedeuten, dass der Discounter noch eine Weile am Standort Dr.-Dürr-Straße festhalten würde. Der Mietvertrag läuft dort im kommenden Jahr aus. Da es sich Aldi aber nicht leisten möchte, zeitweise gar kein Geschäft in Wildeshausen zu haben, dürfte man Interesse daran zeigen, den Vertrag zumindest für wenige Jahre zu verlängern. 

Damit könnte auch die Zeit überbrückt werden, in der es noch keine Lösung für einen Umzug an den Westring gibt. Zwar hat Aldi vor einem Monat einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Grundstück von Hamann und Partner beantragt. Wann sich die Wildeshauser Politik damit beschäftigt, ist aber noch unklar.

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