Kinder- und Beachvolleyballanlage entsteht im Krandel

„Die 345.000 Euro haben mich fast vom Stuhl gehauen“

Fast täglich ist Wolfgang Sasse auf der Baustelle, um sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten zu machen. - Fotos: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Vor Jahren war es noch eine Vision für den Vorsitzenden des VfL Wittekind Wildeshausen, Wolfgang Sasse. Jetzt aber hat sich diese erfüllt: Auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze entsteht eine moderne Kinder- und Beachsportanlage – eine Multifunktionsanlage. Derzeit ist die Firma Scheele dabei, die Versorgungsleitungen zu verlegen.

Aber der Weg bis zum Baustart war weit, wie Sasse betont. In der Hand hält er dabei ein rund 100-seitiges Schriftstück: „Das ist der Antrag, den wir über den Kreissport- beim Landessportbund stellen mussten, um Förderungen zu erhalten. Er beinhaltet jedes kleine Detail.“ Ein Blick in den Ordner zeigt, dass von der durchgeführten Bodenanalyse über eine Produktbeschreibung bis hin zum Nachweis der Nachhaltigkeit alles enthalten ist.

„Horst Bokelmann vom Kreissportbund hat uns wirklich sehr gut beraten. Er war mehrmals vor Ort, um alles richtig einschätzen zu können“, so Sasse. Dabei zeigt er auf einige Bewertungen, die fast alle die beste Punktzahl erhalten haben: „Ich musste mit einigen Vorstandskollegen sogar einen Workshop besuchen. Das war Pflicht, damit wir erfahren, wie der Antrag richtig gestellt wird.“

Vorausgegangen waren Beratungen in den städtischen Gremien, um das Areal dem Krandel zuzuschlagen und den Pachtvertrag zu verlängern. „Um Zuschüsse zu bekommen, mussten wir einen langfristigen Vertrag vorlegen können“, so Sasse. Im Januar vergangenen Jahres sei das Schriftstück mit der Stadt unterschrieben worden: „Der VfL ist jetzt Krandel-Pächter bis zum 31. Dezember 2034.“

Dann aber seien die ersten Planungen vorgenommen worden. „Da hat es mich fast vom Stuhl gehauen, als ich die Summe von 345 000 Euro gelesen habe. Das war utopisch, hätten wir niemals wuppen können“, betont Sasse. Somit sei der Planer nochmals aufgerufen gewesen, diese Pläne zu überarbeiten, um die Summe deutlich zu reduzieren: „Wir haben dann unter anderem auf Kunstrasen und einige andere Dinge verzichtet. Jetzt stehen rund 100 000 Euro unter dem Strich. Damit können wir gut leben.“ Von dieser Summe entfallen 20 Prozent auf den VfL sowie auf den Landkreis, 25 Prozent auf die Stadt und 35 Prozent auf den Landessportbund. „Die Zahlungen erfolgen aber in allen Fällen nur im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Mit 15 000 Euro mussten wir bereits in Vorleistung gehen, um Bodengutachten, Baugenehmigung und die Architektenkosten zahlen zu können“, sagt Sasse.

Zudem sei es mit der Bezahlung der 100.000 Euro noch längst nicht getan. „Das sind die Kosten für die nackte Anlage. Spielgeräte und dergleichen müssen wir vom VfL gesondert anschaffen. Auch dadurch kommen noch einige Kosten auf uns zu. Aus diesem Grund ist der Bau der Anlage auch in verschiedene Module eingeteilt.“ Er gehe davon aus, dass die komplette Anlage im Jahr 2018 fertig ist: „Das hängt natürlich von der Gestaltung ab.“

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