„Brücke“-Projekt Wildeshausen feiert 25-jähriges Bestehen

1361 Jugendliche betreut

Joachim Musch, Hannelore Hunter-Roßmann, Peter Faß, Sandra Schier und Gunnar Grehl (v.l.) stellten die „Brücke“ vor. - Foto: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Eine Jubiläumsfeier mit einem hochkarätigen Redner und neue Räume: Das „Brücke“-Projekt Wildeshausen für straffällig gewordene Jugendliche feiert am Dienstag, 18. Oktober, ab 17 Uhr im historischen Rathaussaal der Kreisstadt sein 25-jähriges Bestehen. Dafür konnten die Verantwortlichen Professor Dr. Christian Pfeiffer gewinnen, der über Jugendkriminalität spricht.

Am Freitag stellten Joachim Musch, Vorsitzender des Vereins „Brücke“, seine Stellvertreterin Hannelore Hunter-Roßmann, Geschäftsführerin Sandra Schier sowie die Diplom-Pädagogen Peter Faß und Gunnar Grehl jedoch nicht nur das Programm vor, sondern auch die neuen Räume am Mühlendamm 1 in der Wittekindstadt.

„Als das Projekt ,Brücke‘ vor 25 Jahren hier ins Leben gerufen wurde, haben wir in der Villa Knagge wirklich tolle Räume vorgefunden, die vom Landkreis angemietet wurden“, erzählte Musch. Jetzt aber habe der Landkreis die Mietverträge wegen der Baufälligkeit dieses schöne Hauses gekündigt. „Das, was wir besonders Jugendlichen immer wieder vorleben sollten, nämlich sorgsam mit dem Eigentum umzugehen, hat der Eigentümer nicht gemacht, das Gebäude ist immer mehr zerfallen.“ Mit der Brücke sind der Betreuungsverein sowie die Psychologische Beratungsstelle an den Mühlendamm umgezogen.

„Diese Räume hier sind auch gut und gewähren ebenfalls eine gewisse Anonymität“, betonte Musch. „Allerdings haben wir hier nur zwei Zimmer, obwohl wir gerne eines mehr gehabt hätten. Aber mal schauen, was noch zu machen ist.“ Neben einem eher legeren Raum mit Sofa und Sesseln für Gespräche gibt es noch ein Büro mit Schreibtischen.

Die „Brücke“ ist in der Kreisstadt mit zwei Stellen versehen. Eine davon bekleidet Faß, und die zweite teilen sich Grehl sowie Diplom-Pädagogin Sandra Kuntze. Hinzu kommt eine Honorarkraft. Die Personalkosten werden anteilig schon seit vielen Jahren in gleicher Höhe vom Land Niedersachsen übernommen. Der Rest kommt vom Landkreis sowie über Spenden und Bußgelder, die vor Gericht verhängt werden.

In den 25 Jahren hat sich viel getan in der Einrichtung: So wurden insgesamt 1 361 Jugendliche in unterschiedlichen Maßnahmen betreut. „Die längsten dauern bis zu einem Jahr, und die kürzesten erstrecken sich nur über ein Seminar“, erklärten Grehl und Faß. Alles diene dazu, die jungen Menschen wieder auf den rechten Weg zu bringen und den Absturz in die Kriminalität zu vermeiden. „Die Jugenlichen kommen zu uns, wenn die Richter eine Betreuungsweisung verfügt haben. Das ist der letzte Schritt zur Vermeidung von Haftstrafen und wesentlich härter als Sozialstunden“, ergänzte Musch.

Die Angebote die den Straftätern gemacht werden, sind breit gefächert. Sie reichen von Arbeiten in den Werkstätten der „Brücke“ Delmenhorst bis hin zu Hilfestellungen bei persönlichen und sozialen Problemen. Ferner setzen sich die Diplom-Pädagogen verstärkt mit den Betroffenen mit den Straftaten und damit zusammenhängenden Defiziten auseinander.

Zur Jubiläumsfeier sind alle Interessierten eingeladen. Anmeldungen werden unter Tel. 04431/72683 oder 04221/40203 entgegengenommen. „Mit Cristian Pfeiffer haben wir einen wirklich guten Redner verpflichtet, der über viele Jahre zu allen Themen der Kriminalität Stellung bezogen hat“, so Musch.

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