Vertreterversammlung des Landvolks/„Milch- und Schweinepreise zu niedrig“

Sachkundenachweis für Politiker gefordert

Im „Wardenburger Hof“ lauschten viele Landwirte, aber auch Funktionsträger aus Politik und Verwaltung den Vorträgen.
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Im „Wardenburger Hof“ lauschten viele Landwirte, aber auch Funktionsträger aus Politik und Verwaltung den Vorträgen.

Wardenburg - Von Ove Bornholt. Vertreter des Kreislandvolks haben am Freitag während ihrer Vertreterversammlung der Öffentlichkeit, Medien und Politik vorgeworfen, unsachgemäße Kritik zu üben. Zudem beklagen die Landwirte, dass die Milch- und Schweinepreise nicht kostendeckend seien.

„Unsere Höfe und Familien erleben eine noch nie dagewesene wirtschaftliche Krise“, stellte der Vorsitzende Jürgen Seeger fest. Die Gründe lägen auch bei den geringen Entgelten für Milch (25 Cent pro Liter) und Schweinefleisch (1,24Euro je Kilogramm Schlachtgewicht). Die Ursachen sieht Seeger darin, dass die weltweite Produktion die Nachfrage übersteige. Er forderte, Beschränkungen für den Export nach Russland und in die Ukraine sowie nach China aufzuheben. „Dieses Ventil muss wieder aufgehen.“

Die wirtschaftliche Situation belaste das Zusammenleben in den Familienbetrieben, so Seeger. Es käme zu Streit zwischen Alt und Jung sowie Schuldzuweisungen. Die Verantwortlichen für die Misere sieht der Vorsitzende allerdings woanders.

„Es gibt eine ständige Verunglimpfung in der Presse“, beschwerte er sich. Da würden Meldungen zu krebserregendem Fleisch „rausgehauen“, und erst später würde recherchiert. Dabei entlastet das Ergebnis einer fundierten Untersuchung die Landwirte in vielen Fällen, ist Seeger überzeugt. Doch die Ergebnisse der Tests würden zu spät kommen. „Die erste Meldung bleibt hängen“, so Seeger.

Im gleichen Atemzug kritisierte er die Politik, die mit Auflagen auf derartige Berichterstattungen reagiere. So werde ein Sachkundenachweis für Landwirte gefordert. „Dann fordere ich auch einen für Politiker, wir haben das schließlich jahrelang gelernt“, hielt der Vorsitzende dagegen. Er wolle mit der im vergangenen Jahr gestarteten verstärkten Öffentlichkeitsarbeit gegensteuern.

Der Präsident des deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, befürchtet, dass die Diskussion über Landwirte, wie sie zurzeit geführt werde, „für uns zur Gefahr werden wird“. Denn anders als früher würden kritische Fragen gestellt, um Stimmung zu machen und nicht um Antworten zu bekommen. Bestimmte Organisationen würden gerade in der Weihnachtszeit Studien veröffentlichen, in denen die Landwirtschaft angegriffen wird. Alles „mit dem Ziel, Spenden zu generieren“.

Nur durch „offensive Öffentlichkeitsarbeit“ können wir richtig wahrgenommen werden, so der Baden-Württemberger. Er betonte, „wir Bauernfamilien waren, bleiben und sind das Rückgrat des ländlichen Raums“. Die Wardenburger Trecker-Maut nannte er „abstrus“.

Bei den Vorstandswahlen wurden die Amtsinhaber wie zum Beispiel Heide Behrens aus Düngstrup (Vertreterin des Kreislandfrauenverbands) einstimmig in ihren Posten bestätigt.

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