Kurde kann mit ihrer Hilfe seiner Arbeit in Wardenburg nachgehen

Sprachmittlerin erleichtert Integration von Ismail

Seham Cercur (r.) übersetzt für Sami Ismail die Sicherheitsvorschriften, die Harald Richert (Mitte) ihr zuvor erläutert hat. - Foto: Kreis

Landkreis - Ohne Spachmittlerin Seham Cercur versteht Sami Ismail oft nur Bahnhof. Der Kurde aus dem Irak ist ein Flüchtling und lebt seit neun Monaten mit seiner Familie im Landkreis Oldenburg, teilte die Kreis-Integrationsmanagerin Ute Frankenfeld mit.

Bei der Firma Schelling Nutzfahrzeuge in Wardenburg, die zum Beispiel Unimogs anbietet und repariert, bekam Ismail die Chance, Fuß zu fassen. Allerdings waren und sind die geringen Deutschkenntnisse des Kurden eine Hürde. Gemeinsam mit seinen Kollegen meistere Ismail diese aber „mit Bravour“, schreibt Frankenfeld. Im Betrieb wird nur Deutsch mit ihm gesprochen. Die Verständigung findet auch über Zeichensprache und Mimik statt.

Doch bei der erforderlichen Unterweisung in die Sicherheitsvorschriften kommt es auf eine genaue Übersetzung an, und hier kam die eingangs erwähnte Spachmittlerin Seham Cercur ins Spiel. Die Wildeshauserin arbeitet im Bereich Integration/Migration im Hauptamt des Landkreises und gehört zum Pool der ehrenamtlichen Übersetzer. Heike Heinemann von der Firma Schelling hatte sich mit der Bitte um Hilfe an den Kreis gewandt. So kamen Cercur und Ismail zusammen.

Erstere ist eine von mehr als 130 Sprachmittlern im Landkreis. Dieser sei mit seinem Angebot von 32 Sprachen sehr breit aufgestellt, so Frankenfeld. „Die ehrenamtlichen Sprachmittler leisten eine ganz wunderbare und nicht zu unterschätzende Hilfe bei der Betreuung der Flüchtlinge. Ohne ihr freiwilliges und ehrenamtliches Engagement ist die Kommunikation mit den Asylbewerbern kaum so reibungslos zu schaffen“, teilt sie mit.

Doch zurück zur Situation bei der Firma Schelling in Wardenburg. Dort hatte sich Cercur am Donnerstag eingefunden. Mitarbeiter Harald Richert erklärte ihr den Inhalt des jeweiligen Kapitels der Sicherheitsvorschriften, und sie übersetzte für Ismail. „Angesichts des sehr umfangreichen und wichtigen Themas bedeutete das eine Mammutaufgabe“, meint Frankenfeld.

In den kurzen Verschnaufpausen erzählte Ismail der Sprachmittlerin immer wieder etwas über seine Arbeit. Endlich konnte er jemanden, der ihn verstand, erklären, was seine Probleme im beruflichen Alltag sind. Beispielsweise wünschte der Kurde sich, die Werkzeuge, die er täglich benutze, auch mit den deutschen Begriffen benennen zu können. Richert erwies sich als überaus einfallsreich. Er wird die Werkzeuge von Ismail fotografieren. Unter den Bildern der einzelnen Arbeitsgeräte soll dann eine Beschriftung in Arabisch und Deutsch erfolgen. Auch andere kleinere Probleme wurden besprochen. Beispielsweise sollte Ismail mit seinem Smartphone Zugriff zum Hotspot der Firma bekommen. Mit Hilfe einer Übersetzer-App kann der Flüchtling deutsche Wörter lernen, die für seine Arbeit notwendig sind.

„Das Beispiel zeigt, dass geringe Sprachkenntnisse von Asylbewerbern kein Hindernis bei der Heranführung an den deutschen Arbeitsmarkt sein müssen. Die Firma Schelling hat stellvertretend für viele andere im Landkreis deutlich gemacht, dass man vor dieser Herausforderung keine Angst haben muss“, so Frankenfeld. Und sollte es Verständigungsschwierigkeiten geben oder besondere Situationen es erfordern, verfüge der Kreis über den gut aufgestellten Sprachmittlerpool.

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