Sozialdezernentin sieht akuten Handlungsbedarf / Polizei sucht nach Zeugen

Mehrere Frauen in Oldenburg sexuell belästigt

Mediengruppe Kreiszeitung
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Oldenburg - Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln und Hamburg in der Silvesternacht sind mehrere Frauen in der Oldenburger Innenstadt am Samstagabend von zwei Männern belästigt worden. Dank einer 31-jährigen Oldenburgerin, die sich von den Tätern nicht einschüchtern ließ und sofort den Notruf wählte, konnte die Polizei die Männer schnell ergreifen.

In zwei Gaststätten an der Wallstraße belästigten zwei 20 und 24 Jahre alte Algerier insgesamt fünf Frauen, teilte die Polizei mit. Laut der 31-Jährigen fasste zunächst einer der Täter einer Frau an die Brust. Als die beiden Männer das Lokal verlassen wollten, bedrängten sie zwei weitere Opfer am Ausgang. In einer nahegelegenen Kneipe machten sie weiter, begrapschten Frauen an der Brust, der Hüfte und am Gesäß. Auch verbal sollen die jungen Männer ihre Opfer bedrängt haben.

Vier der Frauen machten sich schnell aus dem Staub, um sich dem Zugriff der Täter zu entziehen. Die 31-jährige Oldenburgerin jedoch setzte sich couragiert zur Wehr und forderte die Männer auf, umgehend die Frauen in Ruhe zu lassen. „Sie hat sich von dem aggressiven Verhalten der Tatverdächtigen nicht einschüchtern lassen, sondern sofort den Notruf gewählt“, so die Ermittler.

Dank der 31-Jährigen konnte die Polizei die Männer noch in unmittelbarer Nähe des Tatortes stellen. Sie waren in einer Gruppe mit drei anderen unterwegs: Einem 18-jährigen Algerier aus Oldenburg, der zusammen mit den zwei Tatverdächtigen in Oldenburger Flüchtlingsunterkünften wohnt, ein 22-jähriger Marokkaner, der in Leipzig als Asylbewerber gemeldet ist, und ein 29-jähriger Deutscher aus Wildeshausen. Die Männer waren zum Teil erheblich alkoholisiert. Zu den Belästigung wollten sie sich nicht äußern.

Nach Abschluss der ersten Ermittlungen musste der 20-jährige Algerier aufgrund seines aggressiven Verhaltens die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen. Die Bundespolizei setzte den Marokkaner in einen Zug nach Leipzig. Die 18- und 24-jährigen Algerier wurden ans Kloster Blankenburg übergeben. Der Wildeshauser konnte nach Hause entlassen werden.

„Ich vermute, dass es sich bei den Tätern um Nachahmer handelt“, erklärte gestern Sozialdezernentin Dagmar Sachse mit Blick auf die Ereignisse in Köln. Bereits in der vergangenen Woche habe sie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Polizei, Präventionsrat sowie den Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten angeregt, um solche Übergriffe in Zukunft zu verhindern. „Nach dem Vorfall am Wochenende stehen wir unter noch größerem Zeitdruck“, so Sachse. Bereits in dieser Woche sollen erste Ideen besprochen werden.

Besonderen Handlungsbedarf sieht die Sozialdezernentin bei der ihrer Meinung nach zu laxen Bestrafung solcher Delikte. Asylbewerber will sie aber nicht unter Generalverdacht stellen. Sie treibt eher die Sorge „vor Nachahmern, auch deutschen Männern“ um.

Die Polizei sucht derweil nach weiteren Zeugen und nach den vier Frauen, die am Sonnabend die Flucht ergriffen hatten. Sie werden dringend gebeten, sich mit den Ermittlern unter Tel. 0441/7904115 in Verbindung zu setzen.

fio

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