Über Facebook von Gelegenheit erfahren

Gericht erhöht Strafe für Einbrecher

Oldenburg - Man sollte auf Facebook nicht alles mitteilen. Das musste eine junge Oldenburgerin auf die harte Tour lernen. Sie hatte im Sommer vergangenen Jahres gepostet, dass sie sich mit ihrer ganzen Familie im Urlaub befindet. Einbrecher lasen die Nachricht und schlugen zu.

Am Montag mussten sich die jungen Angeklagten zwischen 20 und 22 Jahren wegen der dreisten Tat in zweiter Instanz vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Einer von beiden soll das Mädchen kennen und wusste, wo sie wohnte. Die beiden, die im Haus waren, wurden zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung beziehungsweise zehn Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht einen „Warnschussarrest“ gegen sie. Der, der das Auto fuhr, wurde zu sechs Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Und der, der Schmiere stand, zu einer Geldstrafe von 1.250 Euro.

Damit verschärfte die Berufungskammer teils ein früheres Urteil des Amtsgerichtes. Gegen dieses hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Berufung eingelegt.

Die Tat war aufgeflogen, weil ein stiller Alarm ausgelöst hatte, als ein Fenster aufgehebelt wurde. Der 21-jährige Hauptangeklagte hatte schon den Goldschmuck in den Taschen und wollte gerade einen Tresor aus dem Haus tragen. Draußen stand aber schon ein größeres Polizeiaufgebot.

Der junge Mann hatte alles zugegeben und die Tatbeteiligung der anderen geschildert. Am Montag stellte er die Aufzeichnungen der Polizei und des Amtsgerichtes infrage: Die anderen hätten kaum etwas gemacht oder gewusst. Das brachte ihm von Seiten des Anklagevertreters die Bemerkung ein, ob er das Gericht und die Staatsanwaltschaft für blöd verkaufen wolle. Das Aussageverhalten hatte Konsequenzen: Statt sieben Monaten auf Bewährung gab es zwölf und den Warnschussarrest.

wz

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