Katholische Frauen wollen junge Familien schützen

Damit keine Mutter mit ihrem Kind allein bleibt

Vertreterinnen vom Sozialdienst katholischer Frauen – unter ihnen auch Rita Schute (Zweite von links) vom Landes-Caritasverband – setzen das Projekt „Babylotse ambulant“ um. - Foto: Wempe-Muhle

Oldenburger Land - Die Ortsvereine des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Cloppenburg, Oldenburg und Vechta setzen das Pilotprojekt „Babylotse ambulant“ um. Es soll Müttern in seelischer oder finanzieller Not helfen, teilte der Landes-Caritasverband mit.

Manchmal ist es die Überlastung einer alleinerziehenden Frau, die durch die Geburt ihres zweiten Kindes komplett überfordert ist. Deren Wohnung im Chaos versinkt. Oder einer Mutter, die nie gelernt hat, zu kochen oder ein Baby zu versorgen. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, sagt eine ehemalige Mitarbeiterin eines Jugendamtes, die anonym bleiben möchte, heißt es in der Mitteilung. Dann schweigt sie einen Moment. „Auch hier im Oldenburger Land.“ Mehr sagt sie nicht.

Abhilfe schaffen soll ein Projekt des Arztes Sönke Siefert. Er wollte Müttern jenseits der medizinischen Versorgung weitere Hilfe anbieten und rief daher „Babylotse“ ins Leben. Seit fast zehn Jahren ermitteln „Babylotsen“ nach der Geburt per Fragebogen, ob die Mutter psychische oder massive finanzielle Nöte hat. Wenn ja, vermitteln sie diese dann in das bestehende Netz der „Frühen Hilfen“.

Die weiterentwickelte Form „Babylotse ambulant“ bieten ab sofort die SkF-Ortsvereine in Cloppenburg, Oldenburg und Vechta in Frauenarztpraxen an, berichtet die oldenburgische Caritas-Referentin Rita Schute (Vechta). Möglich wird das auch durch die Förderung der „Glücksspirale“ sowie der Quakenbrücker Welker-Stiftung. Mit je einer halben Stelle versuchen drei „Babylotsinnen“ der SkF-Ortsvereine, Kooperationen mit fünf bis sieben Frauenarztpraxen in ihrem Umfeld einzugehen. Die dortigen Arzthelferinnen werden wiederum gebeten, allen Schwangeren einen Fragebogen auszuhändigen.

Versorgungslücke soll sich schließen

Über diesen soll bereits vor der Geburt seelische oder finanzielle Not erfasst werden, erklärt Schute. „Damit soll und kann die Lücke zwischen Gesundheitssystem und Sozialarbeit möglichst frühzeitig geschlossen werden“, ist die Mitarbeiterin des Caritasverbandes überzeugt.

Chefarzt Siefert berichtet, dass fünf Prozent aller von ihm per Abfrage erfassten Familien „einen sehr hohen Bedarf an Unterstützung“ haben. Die Lotsinnen erführen mit den Fragebogen, was die jeweilige Mutter brauche, „bis das Leben gelingt“, heißt es in einem „Babylotsen“-Flyer. Die Mitarbeiterinnen würden beispielsweise beim Kinderarzt erfragen, ob die vermittelte Frau wirklich bei der empfohlenen Stelle angekommen sei. Frauenärzte, die Interesse haben bei „Babylotse ambulant“ im Oldenburger Land mitzumachen, können sich beim Schute unter Tel. 04441/87070 melden.

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