Archäologinnen: Info-Zentrum wichtig

Kein Spaten sticht ins Gräberfeld

Svea Mahlstedt steht ganz klar für Grabungsschutz und Totenruhe – aber für ein Informationszentrum zu den historischen Stätten. Unser Foto entstand im vergangenen Jahr an den Kleinenkneter Steinen, als sie den Vorsitz des Fördervereins übernahm.

Wildeshausen - Sie sind sich absolut einig – es muss mit den „Funden gewuchert werden“. Und dafür sei ein Informationszentrum dringend nötig. Jana Fries, Bezirksarchäologin vom Landesamt für Denkmalpflege in Oldenburg, und Svea Mahlstedt, Vorsitzende des Fördervereins „Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen“ (UZW), sagen aber auch, dass auf dem Pestruper Gräberfeld und an den Kleinenkneter Steinen kein Spaten in die Erde stechen werde.

„Wir können doch nicht mit diesen seltenen Bodendenkmälern die Touristen locken, indem wie sie kaputt machen“, bringt es die Bezirksarchäologin auf den Punkt. Grundsätzlich aber begrüße sie nach wie vor die Idee des Fördervereins, ein solches Zentrum entstehen zu lassen. „Dieses Thema hat ja auch im Zweckverband Wildeshauser Geest mehrmals die Runde gemacht. Auch dort habe ich meine Meinung immer wieder deutlich zum Ausdruck gebracht, den Grabungsschutz niemals aus den Augen zu verlieren.“

Die denkmalpflegerischen Belange müssten bei allen Überlegungen stets im Mittelpunkt stehen, es dürfe keinen Bau auf dem Gräberfeld geben: „Der Konflikt hat sich nun auch abgemildert, die Gespräche haben einen guten Verlauf genommen.“

In die gleiche Kerbe schlägt Svea Mahlstedt, selbst Archäologin, die es begrüßt, dass Bürger- und Geschichtsverein, Verkehrsverein sowie das City-Management ihre Unterstützung auf dem Weg zu einem Informationszentrum zugesagt haben (wir berichteten). „Auf keinen Fall werden wir gegen den bestehenden Grabungsschutz verstoßen oder die Totenruhe stören. Aber es ist wichtig, dass wir etwas anschieben“, betont die Vorsitzende.

Mit Pestruper Gräberfeld und Kleinenkneter Steinen habe die Region nun einmal ein riesiges zusammenhängendes Freilichtmuseum, das den Menschen jedoch dringend verständlich gemacht werden müsse. Zu Größe und Standort eines solchen Zentrum konnte Svea Mahlstedt noch nichts sagen. Wohl aber, dass der Förderverein bereits mit zwei Standorten „liebäugle“: „Wir werden auf keinen Fall ein Riesen-Museum planen. So etwas ist bekanntlich vor Jahren schon einmal gescheitert.“ Es sei wichtig, klein anzufangen, um ein solches Zentrum anzuschieben. „Ich denke dabei zum Beispiel an Schulklassen, die wir durch ein solches Info-Zentrum führen könnten, um die Funde zu zeigen.“ Kinder seien immer wieder wichtige Ansprechpartner: „Wenn die Kleinen begeistert sind, ist davon auszugehen, dass sie schon bald mit ihren Eltern wiederkommen, um noch mehr über die Geschichte zu erfahren.“

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